Ausbildung bei Würth: Berufe, Vergütung, Bewerbung

Wer sich für eine Ausbildung bei Würth interessiert, sucht vor allem drei Antworten: Welche Berufe bietet der Konzern, wie hoch ist die Vergütung und wie läuft die Bewerbung ab? Die kurzen Antworten vorab: Würth bildet in kaufmännischen, logistischen und technischen Berufen aus – vom Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement bis zum Industriemechaniker. Die Vergütung ist öffentlich dokumentiert und beginnt bei 1.544,85 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr. Die Bewerbung läuft vollständig online über die Stellenbörse des Unternehmens.
Dieses Porträt liefert die Hintergründe dazu: mit den aktuellen Zahlen der Würth-Karriereseite, einer Einordnung des Arbeitgebers aus Bewerbersicht und Zitaten aus einem exklusiven Interview mit der Würth-Personalerin Katharina Deierlein.
Steckbrief: Würth auf einen Blick
| Firmenname | Adolf Würth GmbH & Co. KG (größte Einzelgesellschaft der Würth-Gruppe) |
|---|---|
| Sitz | Künzelsau, Baden-Württemberg |
| Gründung | 1945 (Eintragung der Schraubengroßhandlung Adolf Würth ins Handelsregister am 16. Juli 1945) |
| Branche / Geschäftsmodell | Handel mit Montage- und Befestigungstechnik, Schwerpunkt Vertrieb an Handwerks- und Industriekunden; nach eigener Darstellung Weltmarktführer für Montagetechnik |
| Mitarbeiter | Würth-Gruppe: über 86.000 weltweit (86.415, Stand Geschäftsjahr 2025); Adolf Würth GmbH & Co. KG: rund 8.000 |
| Umsatz | rund 20,7 Milliarden Euro (Würth-Gruppe, Geschäftsjahr 2025) |
| Standorte | Über 400 Gesellschaften in 80 Ländern mit mehr als 2.800 Niederlassungen |
| Einstiegswege | Ausbildung (kaufmännisch, Logistik, Technik) und duales Studium |
Quellen: Unternehmensporträt und Karriereseite auf wuerth.de sowie Pressemitteilungen der Würth-Gruppe; Stand der Konzernkennzahlen: Geschäftsjahr 2025.

Wer ist Würth? Das Unternehmen aus Bewerbersicht
Am 16. Juli 1945 ließ Adolf Würth seine Schraubengroßhandlung ins Handelsregister von Künzelsau eintragen. Aus dem Handelsbetrieb entwickelte sich ein Konzern, der heute in 80 Ländern über 86.000 Mitarbeiter beschäftigt und zuletzt einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro erzielt hat. Die Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau ist mit rund 8.000 Mitarbeitern die größte Einzelgesellschaft der Gruppe.
Das Kerngeschäft ist der Vertrieb: Würth verkauft Montage- und Befestigungstechnik an Handwerks- und Industriekunden – über einen Außendienst und ein dichtes Netz von Verkaufsniederlassungen in Deutschland. Für Bewerber heißt das: Viele Ausbildungswege bei Würth laufen auf den Verkauf hinaus. Wer Kundenkontakt und Umsatzverantwortung sucht, findet hier passende Bedingungen; wer einen reinen Werkstatt- oder Lagereinstieg will, sollte gezielt die technischen und logistischen Berufe prüfen.
Ein Vergleich mit anderen Ausbildungsbetrieben lohnt sich: Das Berufswelt Journal hat unter anderem die Ausbildung bei Bauhaus und die Ausbildung bei MediaMarkt porträtiert.
Ausbildungsberufe bei Würth nach Bereich
Auf seiner Karriereseite listet Würth die Ausbildungsberufe in drei Bereichen. Insgesamt bietet das Unternehmen nach eigener Darstellung über 31 Ausbildungsberufe und duale Studiengänge an und verweist auf eine Übernahmequote von rund 90 Prozent. Die kaufmännischen Ausbildungen bilden den Schwerpunkt:
- Kaufmann für Büromanagement
- Kaufmann für Marketingkommunikation
- Industriekaufmann
- Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement (bundesweit und in Künzelsau)
- Kaufmann im E-Commerce
- Immobilienkaufmann
Im Bereich Logistik bildet Würth Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik aus. Das technische Portfolio umfasst die Berufe Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker, Technischer Produktdesigner, Technischer Systemplaner, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Werkstoffprüfer und Fachkraft für Schutz und Sicherheit.
Dazu kommen Zusatzqualifikationen: Die Fachhochschulreife lässt sich parallel zur Ausbildung erwerben, in Kooperation mit der Kaufmännischen Schule in Künzelsau. Das Programm „Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen“ dauert zweieinhalb Jahre und enthält ein vierwöchiges Praktikum im europäischen Ausland.
Wer kaufmännische Berufe im Handel vergleichen will, findet weitere Angebote etwa im Porträt zur Ausbildung bei Rossmann.
Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement im Fokus
Der Vertriebsnachwuchs steht im Zentrum des Ausbildungsprogramms. Die Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement dauert drei Jahre und wird bundesweit in den Niederlassungen sowie am Stammsitz in Künzelsau angeboten. Voraussetzung ist mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss; Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur werden ebenfalls angenommen. Als Anforderungen nennt Würth vor allem Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent.
Der Beruf ist die klassische Einstiegsbasis in den Würth-Vertrieb: Auszubildende arbeiten früh in Verkaufsniederlassungen mit und begleiten den Außendienst. Details beschreibt die Berufsseite auf wuerth.de. Dort verweist das Unternehmen auch auf eine Re-Zertifizierung als „ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ im Jahr 2024 – eine Angabe aus eigener Quelle, für die sich keine unabhängige Bestätigung findet.
Ausbildungsvergütung und Rahmenbedingungen bei Würth
Würth veröffentlicht die Ausbildungsvergütung transparent auf der eigenen Karriereseite. Die monatliche Bruttovergütung steigt nach Ausbildungsjahr:
| Ausbildungsjahr | Monatliche Vergütung (brutto) |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.544,85 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.628,88 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.757,72 Euro |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.880,97 Euro |
Quelle: Ausbildungsseite auf wuerth.de, Angaben wie zum Zeitpunkt der Artikelerstellung dort abrufbar.
Zu den Grundbeträgen nennt Würth folgende Zusatzleistungen:
- vermögenswirksame Anlagen in Höhe von 26,59 Euro monatlich
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine anteilige Prämie abhängig vom Jahresergebnis
- Essenszuschuss von 50 Prozent im Betriebsrestaurant
- monatliche Umsatz-Sollerfüllungsprämie
Eine gesonderte Einordnung verdient der letzte Punkt: Ein Teil des monatlichen Einkommens hängt von der Umsatz-Sollerfüllung ab. Solche Prämienmodelle sind im Vertrieb üblich und spiegeln das Geschäftsmodell von Würth. Bewerber, die eine reine Fixvergütung erwarten, sollten Höhe und Bedingungen der Prämie im Auswahlgespräch konkret nachfragen. Die Grundvergütung ohne Prämienanteil liegt deutlich über der gesetzlichen Mindestvergütung für Auszubildende.
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, der Urlaubsanspruch 30 Tage. Die Ausbildung beginnt je nach Bundesland am 1. August oder am 1. September. Zur Einordnung der Zahlen hilft der Blick auf andere Handels-Arbeitgeber, etwa das Porträt zu Ausbildung und Gehalt bei Lidl.
So läuft die Bewerbung bei Würth ab
Die Bewerbung läuft vollständig online: Interessierte wählen in der Stellenbörse auf wuerth.de die passende Ausbildungsstelle und laden ihre Unterlagen hoch. Tipps zu Anschreiben, Lebenslauf und Ablauf stellt das Unternehmen auf einer eigenen Bewerbungsseite bereit; benannte Ansprechpartner helfen bei Rückfragen weiter.
Neben dem klassischen Auswahlverfahren setzt Würth auf Kennenlernformate wie das „Meet & Eat“, bei dem Bewerber Ausbilder und Auszubildende persönlich treffen. Wegen der festen Starttermine am 1. August beziehungsweise 1. September lohnt eine frühzeitige Bewerbung, idealerweise deutlich vor dem gewünschten Ausbildungsjahr.
Erfahrungen und Einordnung – was das Interview mit der Würth-Personalerin zeigt
Das Berufswelt Journal hat mit Katharina Deierlein gesprochen, Leiterin für Recruiting, Sourcing und Employer Branding bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Im Interview über Karrierechancen bei Würth beschreibt sie, wie neue Mitarbeiter starten:
„Die ersten Arbeitstage der neuen Kolleginnen und Kollegen starten mit unserem ‚Hello People‘-Format. Das ist ein mehrtägiges Onboarding-Event, bei dem Mitarbeitende die einzigartige Unternehmenskultur gleich zu Beginn erleben können.“
Zum Umgang mit dem Fachkräftemangel sagt Deierlein:
„Zum einen nehmen wir Berufe aus Nischengruppen, bei denen sich die Nachfolgeregelung schwieriger gestaltet, gezielt in das Ausbildungsportfolio auf – in diesem Jahr zum Beispiel die Ausbildung zur ‚Fachkraft für Arbeitssicherheit.‘“
Das erklärte Ziel der Personalstrategie formuliert sie so: „Unser gemeinsames Ziel ist es, der ‚Employer of Choice‘ in unserer Branche zu werden, die vielen Talente draußen für Würth zu begeistern und sie auf unsere erfolgreiche Unternehmensreise mitzunehmen.“
Wie groß das Ausbildungsprogramm ist, zeigen die jährlichen Einstiegszahlen: Zum Ausbildungsbeginn 2024 starteten laut Pressemitteilung der Würth-Gruppe 313 Nachwuchskräfte in 52 verschiedenen Berufsbildern; deutschlandweit waren damit 1.386 junge Erwachsene in der Gruppe in Ausbildung. Auch zum Ausbildungsbeginn 2025 begrüßte der Konzern nach eigener Darstellung erneut mehrere hundert neue Auszubildende und duale Studierende.
Eine faire Einordnung gehört dazu: Würth ist ein Vertriebsunternehmen. Außendienst, Niederlassungen und das Prämiensystem prägen Kultur und Arbeitsalltag stärker als in vielen anderen Ausbildungsbetrieben. Wer Verkaufen als Kern seiner Ausbildung will, ist hier richtig; wer sich dagegen einen rein verwaltenden Beruf wünscht, sollte die technischen und logistischen Ausbildungen gezielt prüfen und im Gespräch klären, wie hoch der variable Vergütungsanteil ausfällt. Ergänzend lohnt der Blick auf Erfahrungsberichte von Auszubildenden auf unabhängigen Bewertungsportalen, die eine eigene Perspektive jenseits der Unternehmensdarstellung bieten.
Häufige Fragen zur Ausbildung bei Würth
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung bei Würth?
Nach den Angaben auf der Würth-Karriereseite erhalten Auszubildende 1.544,85 Euro brutto im ersten, 1.628,88 Euro im zweiten, 1.757,72 Euro im dritten und 1.880,97 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Dazu kommen vermögenswirksame Anlagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine Prämie nach Jahresergebnis, ein Essenszuschuss und eine monatliche Umsatzprämie.
Welche Ausbildungsberufe bietet Würth an?
Würth bildet in drei Bereichen aus: kaufmännisch (zum Beispiel Groß- und Außenhandelsmanagement, Büromanagement, E-Commerce), Logistik (Fachlagerist, Fachkraft für Lagerlogistik) und Technik (zum Beispiel Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker, Technischer Produktdesigner). Zusatzqualifikationen wie die Fachhochschulreife sind parallel zur Ausbildung möglich.
Wie läuft die Bewerbung bei Würth ab?
Die Bewerbung erfolgt online über die Stellenbörse der Würth-Karriereseite. Nach der Vorauswahl folgen Gespräche beziehungsweise Kennenlernformate wie das „Meet & Eat“. Der Ausbildungsstart ist je nach Bundesland der 1. August oder der 1. September; eine frühzeitige Bewerbung wird empfohlen.
Was sagen Auszubildende über die Ausbildung bei Würth?
Auf unabhängigen Bewertungsportalen berichten Auszubildende über Gehalt, Arbeitszeiten und Aufgaben bei Würth. Diese Innensicht ergänzt die offizielle Darstellung des Unternehmens. Im Interview mit dem Berufswelt Journal betont Personalerin Katharina Deierlein vor allem das mehrtägige Onboarding-Event „Hello People“ und gezielte Entwicklungsprogramme für Nachwuchskräfte.
Weitere Porträts von Ausbildungsbetrieben aus Handel und Industrie erscheinen fortlaufend im Berufswelt Journal.

