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Unternehmen

dm Ausbildung: Berufe, Besonderheiten und Bewerbung bei dm-drogerie markt

Berufswelt Journal Redaktion
Offizielle Ausbildungsseite von dm-drogerie markt mit Übersicht der Ausbildungsberufe

Die dm Ausbildung zählt zu den gefragtesten Einstiegen im deutschen Handel: Europas größte Drogeriemarktkette bildet in elf Berufen aus – vom Drogisten über den Fachinformatiker bis zum Mechatroniker. Wichtiger als die reine Auswahl ist jedoch der Ansatz: Lernende übernehmen früh echte Verantwortung, erarbeiten in Workshops eigene Theaterstücke und werden von erfahrenen Kollegen begleitet, statt nur unterrichtet zu werden. Dieses Porträt zeigt Ausbildungsberufe, Besonderheiten und Bewerbungsablauf – mit Einordnungen von Christian Harms, Geschäftsführer für das Ressort Mitarbeiter bei dm, aus einem exklusiven Interview mit dem Berufswelt Journal.

dm-drogerie markt im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen im Überblick:

Firmenname & Sitzdm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Karlsruhe
BrancheDrogeriemarktkette, laut Wikipedia die größte Europas (Stand 2024)
Mitarbeiterzahlrund 90.000 (Stand 2024, Quelle: Wikipedia)
Standorteüber 4.100 Filialen in mehreren europäischen Ländern (Stand 2024, Quelle: Wikipedia)
Umsatz13,27 Milliarden Euro in Deutschland im Geschäftsjahr 2024/25, plus 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Stichtag 30.09.2025, Quelle: dm.de)
Ausbildungsberufeelf anerkannte Berufe in Verkauf, Logistik, Technik, IT und kaufmännischen Bereichen (Quelle: dm-jobs.de)
EinstiegswegeAusbildung, duales Studium, Schulpraktikum

Hinter diesen Zahlen steht ein Ausbildungsprogramm, dessen Bandbreite über den klassischen Filialalltag hinausgeht.

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Welche Ausbildungsberufe bietet dm an?

Elf Ausbildungsberufe stehen aktuell auf der offiziellen dm-Karriereseite. Sie verteilen sich auf die dm-Märkte, die Logistikstandorte und den Unternehmenssitz in Karlsruhe:

  • Drogist – deutschlandweit, 3 Jahre
  • Elektroniker für Betriebstechnik – Weilerswist, 3,5 Jahre
  • Fachinformatiker – Karlsruhe, 3 Jahre
  • Fachkraft für Lagerlogistik – Karlsruhe, Waghäusel, Weilerswist, Wustermark, 3 Jahre
  • Fachlagerist – Karlsruhe, 2 Jahre
  • Kaufmann für Büromanagement – Karlsruhe und Weilerswist, 3 Jahre
  • Kaufmann für Marketingkommunikation – Karlsruhe, 3 Jahre
  • Kaufmann im E-Commerce – Karlsruhe, 3 Jahre
  • Kaufmann für Dialogmarketing – Karlsruhe, 3 Jahre
  • Mechatroniker – Weilerswist und Wustermark, 3,5 Jahre
  • Personaldienstleistungskaufmann – Karlsruhe, 3 Jahre

Wenn du deutschlandweit einen Platz suchst, hast du als angehender Drogist die größte Auswahl; die technischen und kaufmännischen Berufe sind an wenige Standorte gebunden. Alle Ausbildungen laufen in Vollzeit.

Was macht die Ausbildung zum Drogisten aus?

Der Drogist ist der klassische Ausbildungsberuf bei dm und der einzige, der deutschlandweit in den Märkten angeboten wird. Die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit und wechselt zwischen dm-Markt und Berufsschule. dm empfiehlt mindestens einen guten Hauptschulabschluss; die Vergütung beginnt laut offizieller Berufsbeschreibung bei 1.145 Euro im ersten Ausbildungsjahr.

Fachlich geht es um mehr als Kasse und Regale: Lernende bauen Wissen zu Kosmetik, Gesundheit, Ernährung und Fotografie auf, analysieren Wirkstoffe und stellen in der Berufsschule ein Herbarium aus gepressten Heilpflanzen zusammen. Im Markt übernehmen sie Kundenberatung, Bestellwesen und die Gestaltung von Verkaufsaktionen.

Das markanteste Element ist der Lernlingsmarkt: Im dritten Ausbildungsjahr führen Teams aus Lernenden vier bis sechs Wochen komplett eigenständig einen dm-Markt – von der Warenbestellung über Einsatzpläne bis zur Kundenberatung, ohne Beteiligung ausgelernter Kollegen. dm weist allerdings darauf hin, dass Lernlingsmärkte nicht überall angeboten werden. Ergänzend ist ein zeitlich begrenzter Markttausch möglich, um andere Teams, Sortimente und Kundengruppen kennenzulernen.

Eigenverantwortung, Theaterworkshops und Kultur der Menschlichkeit – die Besonderheiten

Was die Ausbildung bei dm von anderen Händlern unterscheidet, erklärt Christian Harms. Er ist seit 1996 im Unternehmen und seit 2008 Geschäftsführer für das Ressort Mitarbeiter. Im Interview mit dem Berufswelt Journal beschrieb er die Grundhaltung so:

„Wertschätzung und ein großes Maß an Eigenverantwortung sind weitere wichtige Faktoren neben der passenden Vergütung.“

Konkret heißt das: Auszubildende – bei dm „Lernlinge“ genannt – werden früh in reale Aufgaben einbezogen und gestalten den Arbeitsalltag mit, statt nur Anweisungen abzuarbeiten. Harms beschreibt den dahinterliegenden Gedanken:

„Wir bei dm bieten viel Freiraum, um persönliche Kompetenzen wie Selbstvertrauen, Offenheit und Kreativität zu fördern.“

Am deutlichsten zeigt sich dieser Anspruch im Theaterworkshop ‚Abenteuer Kultur‘: Acht Tage lang erarbeiten Lernende gemeinsam mit Theaterschaffenden ein Bühnenstück, das am letzten Workshop-Tag aufgeführt wird. Der Workshop ist fester Bestandteil aller Ausbildungen und Studiengänge bei dm:

„Die Theaterworkshops ‚Abenteuer Kultur‘ sind Bestandteil aller Ausbildungen und Studiengänge bei dm-drogerie markt. […] Mit ‚Abenteuer Kultur‘ möchten wir vor allem die Kreativität und das Selbstbewusstsein fördern.“

Hinzu kommen die Forschungsgruppen des Konzepts ‚Abenteuer Weitblick‘, in denen Lernlinge verschiedener Berufsbilder eigenständig gesellschaftliche Themen bearbeiten, die dm direkt betreffen. Die Ausbildung ist zudem digitaler, als die Kultur-Erzählung vermuten lässt: Der unternehmenseigene KI-Chatbot dmGPT kommt in Ausbildung und Studium zum Einsatz, in den Märkten arbeiten die Teams mit Smartphones, und autonome Regalscanroboter des Partners Ubica übernehmen Routineaufgaben. Warum eine digitale Ausbildung im Recruiting zum Wettbewerbsvorteil wird, ordnet ein weiterer Beitrag des Berufswelt Journals ein.

Wie läuft die Bewerbung für die dm Ausbildung ab?

Beworben wird online über die Karriereseite. Einen klassischen Eignungstest gibt es bei dm nicht: Schon in den Bewerberrunden sollen Bewerber die Unternehmenskultur erleben, erklärt Harms im Interview. Nach den Runden folgt ein Schnuppertag, damit beide Seiten einen ersten Eindruck voneinander gewinnen.

Die Ausbildung beginnt mit vier Onboarding-Tagen unter dem Motto „Ankommen, Kennenlernen, Zusammenfinden, Mitgestalten“. Danach lernen die Lernlinge an realen Aufgaben im Team; jeder Lernling bekommt einen erfahrenen Kollegen an die Seite, der die fachliche Einarbeitung sichert. Regelmäßige Gespräche reflektieren Lernfortschritt und persönliche Entwicklung, die dm-Lernkompass-App bündelt Wochenberichte, Entwicklungsgespräche und Notenspiegel digital. Wie andere Händler den Start in einen großen Ausbildungsjahrgang organisieren, zeigt etwa Bauhaus, das mit 500 Auszubildenden ins neue Ausbildungsjahr gestartet ist.

Dass sich der Einstieg lohnen kann, zeigt das Beispiel von Anne Luise Bäumler: Sie startete 2009 mit einer Ausbildung bei dm und ist heute Gebietsverantwortliche in Mittelhessen – auf ihrem Weg lagen unter anderem ein Bachelor-Studium, die Beratung der Aus- und Weiterbildung und die Leitung eines dm-Marktes. Dass solche Aufstiegswege im Handel kein Zufall sind, zeigt auch Lidl, das Talente gezielt zu Führungskräften entwickelt.

Kritisch betrachtet: Für wen passt die dm-Ausbildung – und für wen nicht?

Die große Eigenverantwortung, die dm als Stärke beschreibt, ist zugleich die wichtigste Anforderung. Wenn du klare, engmaschige Vorgaben und feste Abläufe bevorzugst, musst du dich bei dm stärker selbst strukturieren und Entscheidungen aktiv einfordern, statt sie vorgegeben zu bekommen. Das gilt besonders in Projekten wie dem Lernlingsmarkt, bei dem Lernende wochenlang echte Marktverantwortung tragen – inklusive Personaleinsatz und Warenbestellung.

dm federt das mit Lernbegleitung, Mentoring und einer ausdrücklichen Fehlerkultur ab: Ausprobieren und erneutes Probieren gehören laut Unternehmen zum Lernprozess. Trotzdem solltest du ehrlich prüfen, ob dir ein Umfeld mit viel Gestaltungsfreiraum liegt. Wenn du lieber erst ausführlich angeleitet wirst, bevor du Verantwortung übernimmst, findest du in anderen Ausbildungsbetrieben des Handels möglicherweise die passendere Struktur.

dm als Arbeitgeber: Auszeichnungen und Einordnung

Im trendence-Arbeitgeberranking 2025 belegt dm den ersten Platz als attraktivster Arbeitgeber für Fachkräfte im Handel, Rang zwei bei den Akademikern und Rang drei bei den Studierenden im Handel; bei den Schülern zählt das Unternehmen zu den Top 100 (Quelle: dm-jobs.de, Stand 2025). Das Ranking des trendence Instituts basiert auf Befragungen der jeweiligen Zielgruppen – die Platzierungen spiegeln also vor allem die Sicht künftiger Bewerber.

Das passt zu einem Unternehmen, das nachweislich auf Innovation und Nachwuchs setzt. Auch der Wettbewerb um Nachwuchs in der Beauty-Branche ist groß: Wie Douglas Talente für die Zukunft begeistert, zeigt ein weiteres Porträt des Berufswelt Journals. Wenn du nach der Schule lieber studieren möchtest, findest du bei dm außerdem ein duales Studium; Details dazu stehen auf der Karriereseite des Unternehmens.

Fazit: Lohnt sich die dm-Ausbildung?

Die dm Ausbildung verbindet eine ungewöhnlich breite Berufsauswahl mit einem Konzept, das konsequent auf Selbstständigkeit setzt: Lernlingsmarkt, Theaterworkshop und Forschungsgruppen gehen über den Standard vieler Handelsausbildungen hinaus. Die aktuellen trendence-Platzierungen und Aufstiegsbeispiele wie Anne Luise Bäumler zeigen, dass der Ansatz Bewerber überzeugt und reale Perspektiven eröffnet. Wenn du dich für einen Platz interessierst, findest du die freien Stellen in der Stellenübersicht auf dm-jobs.de; die Bewerbungstipps des Unternehmens helfen dir bei der Vorbereitung. Einen Vergleich mit einem anderen Handelsarbeitgeber liefert der Beitrag zum Berufsstart bei Netto, wo der Discounter junge Talente vom ersten Tag an fördert. Einen weiteren Vergleich bietet der Beitrag darüber, wie MediaMarktSaturn Talente gewinnt und entwickelt.

FAQ: Häufige Fragen zur dm Ausbildung

Warum nennt dm seine Auszubildenden „Lernlinge“?

Der Begriff gehört zur Arbeitsgemeinschaft-Kultur des Unternehmens: dm versteht den Arbeitsplatz als Lernort, an dem durch praktisches Tun gelernt wird. „Lernling“ soll ausdrücken, dass die Ausbildung über reine Berufsschul-Inhalte hinausgeht – etwa durch Projekte wie die Forschungsgruppen oder den Lernlingsmarkt.

Wie erfahre ich, ob Ausbildungsplätze bei dm noch frei sind?

In der Jobbörse auf dm-jobs.de: Dort kannst du offene Ausbildungsplätze nach Beruf und Standort filtern. Gerade für die Drogisten-Ausbildung werden deutschlandweit Plätze ausgeschrieben.

Was verdient man während der dm Ausbildung?

Für die Drogisten-Ausbildung nennt dm eine Vergütung ab 1.145 Euro im ersten Ausbildungsjahr (Quelle: dm-jobs.de). Je nach Beruf und Ausbildungsjahr kann die Vergütung abweichen.

Kann ich vor der Ausbildung ein Praktikum bei dm machen?

Ja. dm bietet ein Schulpraktikum an, in dem du verschiedene Ausbildungs- und Studienberufe im Unternehmen kennenlernst – eine gute Möglichkeit, den Filialalltag vor der Bewerbung zu testen.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Drogisten-Ausbildung?

dm empfiehlt mindestens einen guten Hauptschulabschluss. „Empfohlen“ heißt dabei nicht zwingend vorausgesetzt – im Auswahlprozess zählt vor allem der persönliche Eindruck, ein Eignungstest findet nicht statt.