Bayer-Personalvorständin Heike Prinz über DSO und selbstorganisierte Teams

Bayer-Vorstand Heike Prinz spricht über Dynamic Shared Ownership, agile Teams und die Transformation der Arbeitskultur bei der Bayer AG.

heike prinz bayer

Heike Prinz ist Chief Talent Officer im Vorstand der Bayer AG. Sie treibt die Einführung des Organisationsmodells „Dynamic Shared Ownership“ (DSO) voran, das Hierarchien abbaut und Eigenverantwortung stärkt. Mit Fokus auf agile Teams, Peer Feedback und moderne Führung gestaltet Prinz die Transformation der Arbeitskultur im Life-Science-Konzern. Ihr Ziel: ein lernendes Unternehmen, das Innovation, Leistung und Mitarbeiterentwicklung in Einklang bringt.


Frau Prinz, Sie verantworten als Chief Talent Officer ein zentrales Thema für den langfristigen Erfolg von Bayer. Was treibt Sie in dieser Rolle besonders an und was möchten Sie mit Ihrer Arbeit im Unternehmen bewegen?

Die Einführung des innovativen Organisationsmodells „Dynamic Shared Ownership“ (DSO) bei Bayer ist sicher das derzeit spannendste Transformationsprojekt in der deutschen Industrie. Wir wollen mit DSO agiler werden, Entscheidungsprozesse beschleunigen und unternehmerisches Denken stärker unter unseren Beschäftigten verankern – und zwar über alle Ebenen hinweg. Unser Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem Teams eigenverantwortlich handeln können und Entscheidungen von denjenigen getroffen werden, die nah an unseren Kunden und Produkten arbeiten. Diesen ambitionierten Veränderungsprozess zum Erfolg zu führen, treibt mich und mein Team bei HR tagtäglich an.

Wie gelingt es Ihnen, die ambitionierte Vision von Bayer im HR-Bereich erlebbar zu machen, etwa in der Führungskultur, in der Weiterbildung oder bei der Auswahl neuer Talente?

Ein zentrales Element ist sicher unsere Führungskultur. Kurz gesagt: Bei uns haben Führungskräfte die Aufgabe, ihre Mitarbeiter zu befähigen, statt sie zu kontrollieren. Sie wirken für ihre Teams vorwiegend als Coach. Sie helfen ihnen, Ziele und Visionen für ihre Arbeit zu entwickeln, und räumen, wann immer nötig, etwaige Hindernisse aus dem Weg.

bayer ag team
Foto: Bayer AG

Eng damit verbunden ist der Übergang zu Peer Feedback, den wir bei Bayer gerade vollziehen. Denn wir glauben, dass es besser ist, wenn sich die Team-Mitglieder auf transparente Weise gegenseitig in die Pflicht nehmen und einander offen Feedback geben, als wenn dies ein einzelner Vorgesetzter nach subjektiven Kriterien tut. Deshalb stellen wir unser System der Leistungsbeurteilung auf eine breitere Basis. Jeder bei Bayer kann das neue Feedback-Tool nutzen und sich darin üben, konstruktives Feedback zu geben und anzunehmen.

Bayer verfolgt einen flexiblen Ansatz in der Arbeitsgestaltung, der den Mitarbeitenden individuelle Freiheiten bietet. Wie wird dieser Ansatz konkret im Arbeitsalltag umgesetzt, und welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren beobachtet?

Die Basis unserer Unternehmenskultur, die unseren Beschäftigten in der Tat ein ungewöhnlich hohes Maß an individuellen Freiheiten und persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten bietet, ist unser neues Betriebsmodell DSO. Es verzichtet weitgehend auf traditionelle Hierarchien und setzt stattdessen auf kleine selbstorganisierte Teams, die sich jeweils einem Kunden, Produkt oder Projektthema widmen. Zu einer flexiblen Arbeitsgestaltung gehört für viele Arbeitnehmer aber auch die Möglichkeit, weiterhin einfach und ohne Vorgabe zwischen mobilem Arbeiten und dem Arbeiten im Betrieb wechseln zu können. Auch dies ermöglichen wir unseren Beschäftigten.

Können Sie uns eine Best-Practice-Initiative nennen, bei der Sie sagen würden: Das ist Bayer in Reinform! Ein Projekt, eine Kampagne oder ein interner Prozess, auf den Sie besonders stolz sind?

Da fällt mir sofort unserer interner Talent Marketplace ein. Unsere Beschäftigten können sich darüber jederzeit auf für sie interessante Projekte im gesamten Konzern bewerben und so wertvolle Erfahrungen außerhalb ihres angestammten Tätigkeitsbereichs sammeln. Bayer wird so zu einer zu einer skill-basierten und fluiden Organisation, in der personelle und finanzielle Ressourcen frei fließen und jeweils dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert im Sinne unserer Mission „Health for all, Hunger for none“ stiften.

Zum Schluss: Wenn Sie Bayer in 30 Sekunden als Arbeitgeber vorstellen könnten, was sollten Bewerberinnen und Bewerber auf jeden Fall mitnehmen?

Stellen Sie sich einen Arbeitsplatz vor, an dem 95 Prozent der Entscheidungen von denen getroffen werden, die auch die Arbeit machen. An dem Manager zu Coaches werden, in der es kein Mikromanagement mehr gibt und an dem Innovationszyklen nur 90 Tage dauern. Wir haben unser gesamtes Organisationsmodell so umgestaltet, dass unsere inspirierende Mission „Health for all, Hunger for none“ an erster Stelle steht. Gleichzeitig bieten wir ein Umfeld, das Leistung wertschätzt. Mit hervorragenden Benefits, modernen Arbeitsbedingungen und einem starken Fokus auf das Wohl unserer Beschäftigten. Das ist Bayer!

Vielen Dank für das Gespräch.


Neueste Beiträge



weitere themen