Foto: Debeka
Thomas Brahm ist seit 2018 Vorstandsvorsitzender der Debeka, einem der größten Versicherungsvereine Deutschlands mit über 16.000 Mitarbeitenden. In unserem Interview spricht er über Werte, Wandel und moderne Personalstrategien in einem genossenschaftlich geprägten Unternehmen. Er begann 1982 als Auszubildender bei der Debeka und kennt das Haus aus allen Perspektiven. Vom Lehrling bis zum Vorstand. Sein Credo: „Das Füreinander zählt.“
Herr Brahm, was hat Sie persönlich dazu bewegt, Ihre Karriere bei der Debeka zu beginnen, und welche Aspekte der genossenschaftlichen Unternehmenskultur haben Sie dabei besonders überzeugt?
Schon zu Beginn meiner Laufbahn, im Jahr 1982 als Lehrling der Debeka, hat mich die besondere Kultur der Debeka fasziniert. Als Verein auf Gegenseitigkeit steht bei uns das Miteinander bzw. Füreinander im Mittelpunkt. Wir handeln nicht nur für wirtschaftlichen Erfolg, sondern vor allem für das Wohl unserer Mitglieder und Mitarbeitenden. Diese Werteorientierung, die auf Solidarität, Fairness und gegenseitiger Unterstützung basiert, hat mich früh überzeugt und prägt bis heute mein Verständnis von Führung und Zusammenarbeit. Ebenso der Freiraum, der durch Fordern und Fördern begleitet wird, wenn es um die persönliche Entwicklung und Karriere geht.
Die Debeka ist kein klassischer Versicherungskonzern, sondern ein Verein auf Gegenseitigkeit. Wie prägt dieses Selbstverständnis Ihre Personalstrategie, etwa in der Mitarbeiterführung, im Recruiting oder in der Entwicklung von Talenten?
Unser genossenschaftliches Selbstverständnis spiegelt sich in allen Bereichen unserer Personalstrategie wider. Durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung, wir sind übrigens auch der größte Ausbilder der Versicherungsbranche, und vielfältige Maßnahmen zur Mitarbeiterbeschaffung und -bindung, einschließlich der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wirken wir dem Fachkräftemangel entgegen und haben eine authentische Arbeitgebermarke entwickelt.

Wir verfolgen eine nachhaltige Personalpolitik, die weit über kurzfristige Maßnahmen hinausgeht. Das bedeutet: Wir investieren gezielt in die Entwicklung unserer Mitarbeitenden, fördern Wissenstransfer und gestalten den Wandel der Arbeitswelt sozialverträglich.
In unserem Mitarbeiter- und Führungsleitbild verankert, legen wir großen Wert auf einen respektvollen Umgang, starke Gemeinschaft und die Befähigung jedes Einzelnen, sein Potenzial zu entfalten. So schaffen wir ein Umfeld, in dem sich Talente entwickeln und langfristig binden lassen.
In Zeiten von Fachkräftemangel und sich wandelnden Arbeitswelten ist Mitarbeiterbindung wichtiger denn je. Auf welche Maßnahmen setzt die Debeka, um bestehende Mitarbeitende langfristig zu halten und gleichzeitig neue Zielgruppen anzusprechen?
Wir setzen auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Dazu gehören attraktive Arbeitsbedingungen wie faire Vergütung, 13. und 14. Monatsgehalt, betriebliche Kranken- und Altersvorsorge sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Work-Life-Balance ist uns wichtig. Mobiles Arbeiten, Gleitzeit und Teilzeitoptionen sind bei uns gelebte Praxis. Darüber hinaus bieten wir umfangreiche Weiterbildungsprogramme, Gesundheitsmanagement und eine wertschätzende Unternehmenskultur mit offener Kommunikation und regelmäßigen Team-Events. Für neue Zielgruppen setzen wir auf modernes Employer Branding, sind auf Social Media präsent und kooperieren mit Schulen und Hochschulen. Auch Quereinsteiger finden bei uns attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

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Können Sie ein Beispiel aus der Praxis nennen, bei dem die Debeka mit einer HR-Initiative besonders erfolgreich war? Sei es in der Weiterbildung, der internen Kommunikation oder beim Thema Nachhaltigkeit.
Ein besonders erfolgreiches Beispiel ist unser konzernweites Schulungsformat, das allen Mitarbeitenden offensteht. Neben klassischen Versicherungsthemen bieten wir hier auch Impulse zu Nachhaltigkeit, Kommunikation und persönlicher Entwicklung. Viele dieser Veranstaltungen werden eigeninitiativ von Mitarbeitenden organisiert. Das fördert den Wissensaustausch und stärkt das Netzwerk innerhalb der Debeka. Die Resonanz ist beeindruckend: 2024 hatten wir über 13.000 Teilnahmen an 205 Veranstaltungen, im ersten Halbjahr 2025 bereits mehr als 7.600 Teilnahmen. Das zeigt, wie groß das Interesse und der Zusammenhalt in unserer Belegschaft sind.
Wie würden Sie die Debeka als Arbeitgeber in wenigen Sätzen beschreiben? Was macht das Arbeiten bei Ihnen besonders attraktiv und warum sollte sich jemand für die Debeka entscheiden?
Die Debeka steht für das Motto „Das Füreinander zählt“. Wir leben eine Kultur der gegenseitigen Unterstützung, geprägt von Kollegialität, Offenheit und einer konstruktiven Fehlerkultur. Unsere Mitarbeitenden profitieren von flexiblen Arbeitszeiten, 30 Urlaubstagen, Homeoffice-Möglichkeiten und einer modernen Arbeitsumgebung. Onboarding und Weiterbildung werden bei uns großgeschrieben, ebenso wie eine attraktive Vergütung und zahlreiche Zusatzleistungen. Von der betriebseigenen Kita bis zum Zuschuss für das Deutschlandticket.
Besonders geschätzt wird die Debeka als krisensicherer Arbeitgeber, bei dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wirklich gelebt wird. Wer Wert auf Gemeinschaft, Entwicklungsmöglichkeiten und Stabilität legt, ist bei uns genau richtig.
Was die Debeka als Arbeitgeber ausmacht: Wir sind zwar ein Konzern, es fühlt sich oft nach einem Familienunternehmen an. Hier arbeiten zum Teil ganze Familien und das über Generationen hinweg. Und dass das nicht nur meine persönliche Einschätzung ist, bestätigte uns gerade wieder eine neue Erhebung von der Servicevalue GmbH in Kooperation mit der Tageszeitung Die Welt. Danach zählen wir zu den besten Arbeitgebern in Deutschland.
Vielen Dank für das Gespräch.








