Bitburger: Wie die Braugruppe Kultur, Ausbildung und Employer Branding stärkt

Bitburgers HR-Chef Stefan Schmitz über Kultur, Talentgewinnung, Employer Branding und warum Azubis ab Tag eins Teil der Marke werden.

Stefan Schmitz Bitburger

Dr. Stefan Schmitz ist Geschäftsführer Personal und Recht der Bitburger Braugruppe, einem der führenden Familienunternehmen im deutschen Mittelstand. Zuvor war er Wirtschaftsanwalt, heute prägt er die Arbeitgeberstrategie, die Unternehmenskultur und das Recruiting des Traditionsunternehmens. Im Interview spricht er über moderne Talentgewinnung, erfolgreiche Ausbildungsprogramme und die Werte, die Bitburger als Arbeitgeber ausmachen.


Herr Dr. Schmitz, Ihr beruflicher Weg führt von Rechts‑ und Musikwissenschaft über BWL bis zur Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt. Was hat Sie damals am meisten motiviert, zur Bitburger Braugruppe zu wechseln?

Ich erinnere mich da vor allem an zwei Punkte: Als Anwalt oder Berater generell begleitet man seine Mandate ja meistens nur auf Zeit, bis der jeweilige Beratungsauftrag beendet ist. Für mich war es zum einen erstrebenswert, langfristig den Wert eines Unternehmens zu entwickeln und eine Unternehmerfamilie zu beraten. Zum anderen ist Bitburger ein Paradebeispiel für ein erfolgreiches Unternehmen des deutschen Mittelstands. Die kontinuierliche positive Entwicklung unseres Unternehmens und die ruhige Hand, mit der es geführt wurde, hat mich nachhaltig beeindruckt. Und tut dies übrigens bis heute.

Bitburger ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit klarer sozialer Verantwortung und starkem Wertesystem. Wie würden Sie die Unternehmenskultur heute beschreiben und welche Rolle spielen dabei Wertschätzung, Motivation und Leistung im Alltag der HR‑Arbeit?

Unsere Unternehmenskultur führt nach meiner Überzeugung das Beste aus zwei „Welten“ zusammen. Traditionelle Werte wie Bescheidenheit, Freundlichkeit und Fleiß sind bei uns genauso im Alltag zu spüren wie die Offenheit, Neuem gegenüber, eine positive Fehlerkultur und Unternehmergeist. Letzterer wird bei uns ganz bewusst auch durch unsere Beteiligungen in der Start-up-Szene gefördert, die diesen Spirit auch in die Bitburger Braugruppe tragen.

Leistung definieren wir bei uns vor allem an Ergebnissen. Man kann nicht unternehmerisch erfolgreich sein, wenn man jedes Thema dreimal von allen Seiten beleuchtet und alle erdenklichen Risiken aufzeigt. Man muss auch entscheiden können. Mindestens genauso wichtig ist die Bereitschaft, Dinge zu beenden, die sich als nicht erfolgreich erwiesen haben.

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Foto: Hardy Welsch

Aktuell begrüßen Sie etwa 24 neue Auszubildende, vom gewerblichen über den technischen bis zum kaufmännischen Bereich. Mit welchen konkreten Maßnahmen sorgen Sie dafür, dass diese Azubis von Anfang an als Teil der Marke Bitburger wahrgenommen werden und langfristig erfolgreich werden?

Zwischen Abschluss des Ausbildungsvertrags und Beginn bei uns werden unsere Azubis schon intensiv von uns begleitet. Ob Produktproben unserer alkoholfreien Produkte, gebrandete Shirts oder auch nur die Karte zu einem schönen Urlaubsstart: Die Vorfreude auf den Start bei uns steigt durch zahlreiche Aktionen.

Eine Onboarding-Woche gibt ihnen dann die Möglichkeit, tiefe Einblicke in unsere Produktion und unseren Unternehmensalltag zu erhalten. Mit über 100 Azubis in der Braugruppe haben wir natürlich auch eine wirklich große Community und daher einen tollen Austausch untereinander. Ab Tag eins sind Azubis Teil der Bitburger-Familie. Dass wir eine Azubi-WG anbieten oder Azubi-Cars zur Verfügung stellen, erleichtert sicher den Einstieg in die Arbeitswelt.

Können Sie ein Beispiel nennen, wie Ihnen ein Projekt in der Nachwuchsgewinnung oder der Ausbildung besonders gelungen ist? Insbesondere im Hinblick auf aktive Ansprache, Auswahl oder Bindung von Talenten?

Wir haben vor einem Jahr eine neue Employer Branding-Kampagne ins Leben gerufen. Anstatt Hochglanzwelten zu präsentieren, haben wir mit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich selbst gemeldet hatten, gezeigt, was das Leben bei und mit Bitburger ausmacht. Unter dem Motto „Dein Job: Echt wie das Leben“ erhält man einen guten Eindruck davon, dass Freundschaften, Verbundenheit und ein gesundes Verhältnis von Arbeit- und Privatleben für uns keine Empfehlungen aus einem HR-Leitfaden sind, sondern die DNA unseres Unternehmens.

Aber ich möchte auch eine kleine Anekdote aus dem praktischen Alltag erzählen. Wir haben im letzten Jahr, wie regelmäßig, unsere Tore für einen „Tag der offenen Tür“ geöffnet. Viele tausend Besucher, auch dies wie immer, folgten unserer Einladung. Neu war, dass wir in einem Karrierezelt sämtliche Ausbildungs- und akademischen Berufe vorstellten. Unser Recruiting- und Employer Branding-Team hatte einen so fantastischen Job gemacht, dass das Karrierezelt ein ganz großes Highlight des Tages wurde und sich vor ihm Schlangen bildeten, die man sonst nur von großen Sehenswürdigkeiten kennt.

Das zeigte uns ganz deutlich, dass neben aller Information, die man über digitale Medien zur Verfügung stellen kann und muss, auch ein ganz handfestes Interesse am Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und am Einblick in die Arbeitswelt besteht.

Abschließend: Wenn Sie die Bitburger Braugruppe in 30 Sekunden als Arbeitgeber vorstellen müssten: wie würden Sie potenzielle Bewerberinnen und Bewerber überzeugen, Teil Ihres Teams zu werden?

Bei Bitburger kann man in sehr kleinen Teams inhaltlich Themen der „Champions League“ spielen, die man sonst nur bei wirklich großen Unternehmen antrifft. Technologisch und wirtschaftlich arbeiten wir einfach auf einem sehr hohen Niveau. Bei uns kann man, anders als in Großunternehmen, direkt mitgestalten und ist nicht irgendein Rädchen in einem unübersichtlichen Getriebe mit zahlreichen Berichtswegen und -hierarchien.

Und zuletzt: Wir arbeiten hart, aber feiern auch zusammen intensiv unsere Erfolge und übersehen nie, dass wir alle ein Privatleben haben.

Vielen Dank für das Gespräch.


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