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Weiterbildung

Pilot-Gehalt: Verdienst als First Officer und Kapitän

Berufswelt Journal Redaktion
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mit Median-Entgelt und Verteilungsdiagramm für den Beruf Pilot/in

Das Pilotengehalt gehört zu den Einkommen mit den größten Spannen in Deutschland. Je nach Karrierestufe, Airline-Typ und Tarifbindung reicht die Bandbreite von etwa 44.000 Euro brutto im Jahr – dem unteren Einstiegswert großer Gehaltsportale – bis zu mehr als 280.000 Euro für Kapitäne der Lufthansa-Kernmarke laut aktuellen Tarifdaten. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen mit Quelle und Stand ein und zeigt in einer Tabelle, wie sich der Verdienst nach Karrierestufe und Airline-Typ unterscheidet.

Das Wichtigste zum Pilot-Gehalt in Kürze:

  • First Officer im Einstieg bei Netzwerk-Airlines wie Lufthansa: rund 88.600 Euro Fixgehalt pro Jahr (Unternehmensangabe via Handelsblatt und n-tv, Stand 2025/2026).
  • Kapitän der Lufthansa-Kernmarke: bis zu 281.300 Euro Fixgehalt im Jahr, mit Zulagen teils über 300.000 Euro (Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, 2026).
  • Low-Cost-Töchter wie Eurowings liegen darunter: First Officer rund 70.200 bis 74.000 Euro, Kapitäne 202.300 bis 214.000 Euro im Jahr (Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, 2026).
  • Die Pilotenausbildung kostet 60.000 bis 120.000 Euro und wird in der Regel nicht vergütet (Vereinigung Cockpit).
  • Gehaltsportale melden oft deutlich niedrigere Durchschnittswerte als Tarifdaten, weil sie unterschiedliche Segmente, Erfahrungsstufen und Teilzeitmodelle mischen.

Pilot-Gehalt im Überblick: Warum die Zahlen so stark streuen

Wer online nach dem Verdienst von Piloten sucht, findet widersprüchliche Angaben. Das Vergleichsportal StepStone nennt für Deutschland ein Mindestjahresgehalt von 44.300 Euro – umgerechnet knapp 3.700 Euro brutto im Monat – und ordnet die Spanne bis etwa 79.300 Euro ein. Kununu meldet laut FOCUS eine Gesamtspanne von rund 31.000 bis 178.000 Euro. Die Vereinigung Cockpit (VC) dagegen beziffert die durchschnittlichen Jahresgehälter von Co-Piloten auf 100.000 bis 135.000 Euro brutto (n-tv, 22. Juli 2025).

Der Unterschied ist erklärbar: Gehaltsportale bilden Selbstauskünfte ab und mischen dabei Erfahrungsstufen, Teilzeitmodelle, kleine Regionalairlines und teils branchenferne Jobtitel. Tarifdaten und Unternehmensangaben spiegeln dagegen die Vollzeit-Cockpitbesatzungen der großen Fluggesellschaften – dort verdient ein First Officer allein im Einstieg fix rund 88.600 Euro im Jahr. Wer Zahlen vergleicht, sollte deshalb immer prüfen, ob es sich um Portal-Durchschnitte oder um Tarifwerte handelt.

Für die Einordnung jeder einzelnen Zahl helfen vier Prüffragen: Gilt der Wert brutto oder netto? Bezieht er sich auf den Monat oder auf das Jahr? Handelt es sich um ein Fixgehalt oder enthält er variable Anteile? Und stammt er aus einer Tariftabelle für Vollzeitkräfte oder aus einem Durchschnitt, in den Teilzeitmodelle, Regionalflieger und Berufseinsteiger einfließen? Hinzu kommt, dass Stellenportale teils ähnlich lautende Titel außerhalb der Verkehrsluftfahrt erfassen, was Durchschnittswerte zusätzlich verwässert. Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lassen sich zwei Gehaltsangaben sinnvoll miteinander vergleichen.

Gehaltstabelle: Pilot-Gehalt nach Karrierestufe und Airline-Typ

Die verlässlichsten aktuellen Zahlen stammen aus den Tarifverträgen und Unternehmensangaben des Lufthansa-Konzerns, über die Handelsblatt und Süddeutsche Zeitung 2026 berichtet haben. Sie zeigen, wie stark der Airline-Typ das Gehalt prägt – selbst innerhalb desselben Konzerns.

KarrierestufeNetzwerk-Airline (Lufthansa-Kernmarke)Low-Cost-Tochter (Eurowings)Fracht (Lufthansa Cargo)
First Officer, Einstiegca. 88.600 € brutto/Jahr (Fixgehalt)ca. 70.200–74.000 € brutto/JahrVergütung auf Konzerntarif-Niveau der Kernmarke
First Officer, mit Erfahrungdurchschnittlich 100.000–135.000 € brutto/Jahr (VC-Durchschnitt für Co-Piloten)steigend nach Dienstjahren, unter Kernmarken-NiveauDurchschnitt konzernweit rund 131.000 € brutto/Jahr (Tarifdaten 2026)
KapitänEinstieg rund 106.000 €, Spitze bis 281.300 € Fixgehalt; mit Zulagen teils über 300.000 €202.300–214.000 € brutto/Jahrvergleichbar mit der Kernmarke

Quellen: Unternehmens- und Tarifangaben laut Handelsblatt und Süddeutscher Zeitung (Stand 2026); Durchschnittswerte der Vereinigung Cockpit via n-tv (Stand Juli 2025). Alle Angaben brutto, gerundet.

Das Fixgehalt ist nur ein Teil des Einkommens. Hinzu kommen Zulagen wie die Flugstundenvergütung, Auslands- und Gefahrenzulagen oder Wechselprämien. Deshalb kann das tatsächliche Jahreseinkommen deutlich über dem Tabellenwert liegen – bei Kapitänen der Kernmarke um mehrere zehntausend Euro. Umgekehrt bedeutet das: Wer Angebote vergleicht, sollte Fixanteil und variable Anteile getrennt betrachten.

Die variablen Anteile folgen eigenen Regeln: Die Flugstundenvergütung wird zusätzlich zum Fixum pro geflogener Stunde gezahlt; Tagegelder decken die Mehrkosten von Auslandsübernachtungen und summieren sich gerade auf der Langstrecke zu einem erheblichen Baustein, der im Fixgehalt der Tabelle nicht enthalten ist. Welche Zulagen in welcher Höhe gezahlt werden, regelt der jeweilige Tarifvertrag – die Unterschiede zwischen den Gesellschaften sind erheblich.

Für den Vergleich konkreter Stellenangebote empfiehlt sich daher eine feste Reihenfolge: zuerst das Fixgehalt der Gehaltsstufe prüfen, dann die Zulagenregelungen im Tarifvertrag, dann die realistisch erreichbaren Flugstunden. Zwei Angebote mit gleichem Fixum können sich durch die Zulagenstruktur deutlich unterscheiden – bei Kapitänen der Kernmarke machen die variablen Anteile nach den berichteten Tarifdaten den Sprung von 281.300 Euro Fixgehalt auf teils über 300.000 Euro Gesamtvergütung aus.

Auf den Monat umgerechnet liegt das Kapitänsgehalt je nach Airline zwischen 3.000 und 12.000 Euro brutto, berichtet n-tv unter Berufung auf die Vereinigung Cockpit. Co-Piloten liegen im Mittel bei 5.000 bis 8.000 Euro brutto im Monat. Die großen Sprünge nach oben entstehen durch Dienstjahre und den Wechsel auf den linken Sitz im Cockpit.

Bei Frachtairlines ist die Datenlage dünner. Belegt ist: Lufthansa Cargo vergütet nach dem Konzerntarif; das durchschnittliche Jahresgehalt liegt dort wie bei der Kernmarke bei rund 131.000 Euro brutto (Tarifdaten 2026). Reine Fracht- und Chartergesellschaften außerhalb des Konzerns vergüten sehr unterschiedlich – hier lohnt der Blick in den jeweiligen Tarifvertrag statt auf pauschale Portalwerte.

Infografik: Gehaltstabelle: Pilot-Gehalt nach Karrierestufe und Airline-Typ Karrierestufe: First Officer, Einstieg | Netzwerk-Airlin...

Warum ein Airline-Wechsel das Gehalt senken kann: das Senioritätsprinzip

Die großen Unterschiede in der Tabelle erklären sich nicht allein aus der Tarifpolitik der Airlines, sondern aus einem strukturellen Prinzip der Branche: der Seniorität. Piloten steigen auf einer betriebsinternen Senioritätsliste auf. Die Position auf dieser Liste entscheidet über Gehaltsstufe, Flugzeugtyp, Dienstplan und Heimatbasis – und sie gilt nur innerhalb der jeweiligen Fluggesellschaft.

Wer die Airline wechselt, verliert die angesammelte Seniorität. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt die Folge am Beispiel Lufthansa: Wer von einer anderen Fluggesellschaft kommt, steigt als Co-Pilot ein – auch wenn er zuvor als Kapitän gearbeitet hat. Das Gehalt sinkt beim Wechsel damit oft massiv, unabhängig von der bisherigen Berufserfahrung.

Die Konsequenz: Piloten bleiben ihrem Arbeitgeber überdurchschnittlich lange treu, weil ein Wechsel faktisch einen Neustart auf der untersten Gehaltsstufe bedeutet. Das Senioritätsprinzip erklärt auch, warum sich Berufserfahrung im Cockpit nicht automatisch in einem airline-übergreifend höheren Gehalt niederschlägt – anders als in den meisten anderen Berufen.

Das Prinzip wirkt auch über das Gehalt hinaus: Bei betrieblichen Einschränkungen entscheidet die Listenposition häufig mit darüber, wessen Stelle zuerst betroffen ist – zuletzt Eingestellte tragen das höhere Risiko. Auch konzerninterne Wechsel sind nicht automatisch geschützt, denn die Listen gelten je nach Tarifvertrag für die einzelne Gesellschaft. Wer einen Wechsel erwägt, sollte deshalb nicht nur das neue Gehalt, sondern den Verlust der angesammelten Listenposition gegenrechnen – und prüfen, ob es für die Dienstjahre eine Übergangsregelung gibt.

Pilotenausbildung: Kosten und Finanzierung

Das hohe Gehalt hat einen hohen Einstiegspreis. Die Vereinigung Cockpit beziffert die Kosten der Pilotenausbildung auf 60.000 bis 120.000 Euro. Fällig werden sie, bevor das erste Gehalt fließt: Während der rund zweijährigen Ausbildung erhalten angehende Piloten in der Regel keine Vergütung.

Klassische Finanzierungswege sind Eigenkapital, Bildungskredite und Airline-eigene Programme, bei denen die Fluggesellschaft die Kosten vorstreckt und später gegen das Gehalt verrechnet. Die Bedingungen dieser Programme unterscheiden sich erheblich – insbesondere bei Rückzahlungsfristen und bei der Frage, was im Falle eines Ausbildungsabbruchs gilt.

Die Lufthansa hat ihr Finanzierungsmodell reformiert: Bewerber müssen nur noch 10.000 Euro Eigenkapital einbringen, berichten Handelsblatt und Süddeutsche Zeitung übereinstimmend (Stand 2026). Den Rest der Ausbildungskosten finanziert der Konzern vor. Die Rückzahlung erfolgt in Raten und beginnt erst, wenn das Gehalt 30.000 Euro brutto im Jahr übersteigt. Damit sinkt die finanzielle Einstiegshürde für den Beruf deutlich.

Vor Vertragsabschluss lohnt ein strukturierter Vergleich der Finanzierungsangebote. Fünf Punkte sollten Bewerber schriftlich klären: die Höhe des Eigenanteils, die Rückzahlungsfrist und Ratenhöhe, die Gehaltsschwelle, ab der die Rückzahlung beginnt, die Regelung für den Fall eines Ausbildungsabbruchs und mögliche Bindungsklauseln an die finanzierende Airline. Gerade die Abbruchregelung unterscheidet die Programme erheblich – hier liegt das größte finanzielle Risiko, weil Ausbildungskosten auch dann angefallen sein können, wenn die Lizenz am Ende nicht erreicht wird.

Bei den Tarifgehältern der Netzwerk-Airlines amortisiert sich die Investition erfahrungsgemäß schnell: Ein First Officer mit 88.600 Euro Fixgehalt hat die Ausbildungskosten rechnerisch in wenigen Berufsjahren wieder eingespielt. Eine Garantie auf Übernahme oder ein bestimmtes Gehalt gibt es jedoch nicht. Bewerber sollten Finanzierungsbedingungen und Rückzahlungsklauseln deshalb vor Vertragsabschluss genau prüfen.

Aufgaben und Voraussetzungen im Pilotenberuf

Piloten bereiten jeden Flug detailliert vor: Wetterlage, Route, Treibstoffkalkulation und technische Checks gehören zum Standard. Im Cockpit steuern sie das Flugzeug, kommunizieren mit den Fluglotsen der Flugsicherung und führen die Crew. Sie tragen die Verantwortung für die Sicherheit aller Menschen an Bord – bei unregelmäßigen Arbeitszeiten mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten sowie mehrtägigen Auslandsaufenthalten.

Flugschulen und Airlines verlangen für die Ausbildung in der Regel:

  • medizinische Tauglichkeit, nachgewiesen durch das fliegerärztliche Medical Class 1
  • bestandene Eignungstests mit kognitiven, psychomotorischen und sozialen Prüfungen
  • sehr gute Englischkenntnisse, da die gesamte Luftfahrtkommunikation auf Englisch läuft
  • technisches Verständnis und Belastbarkeit unter Zeitdruck
  • Volljährigkeit zum Ausbildungsbeginn; Abitur ist bei vielen Airlines von Vorteil, aber nicht überall Pflicht

Typischerweise prüfen die mehrstufigen Verfahren Reaktionsfähigkeit, Konzentration, räumliches Vorstellungsvermögen und Teamfähigkeit – per Computertest, in Gruppenübungen, in Interviews und häufig im Simulator.

Die Auswahlverfahren großer Airlines gelten als anspruchsvoll. Wer die Tests besteht, hat damit die wichtigste Hürde auf dem Weg ins Cockpit bereits genommen.

Über die Einstellung hinaus bleibt die Tauglichkeit eine dauerhafte Berufsvoraussetzung: Das Medical Class 1 muss regelmäßig erneuert werden; verlieren Piloten ihre fliegerärztliche Tauglichkeit, ruht die Flugtätigkeit – vorübergehend oder dauerhaft. Eine Absicherung gegen dieses Risiko, etwa über sogenannte Loss-of-Licence-Versicherungen, gehört daher für viele Piloten zur Standardvorsorge.

Ausbildungsweg zum Kapitän: von der Flugschule bis zum linken Sitz

Der Weg beginnt an einer Verkehrsfliegerschule, etwa der European Flight Academy des Lufthansa-Konzerns oder einer privaten Flugschule. Die Ausbildung zur ATPL-Lizenz (Airline Transport Pilot License) dauert rund zwei Jahre und umfasst Theoriephasen, Simulatortraining und praktische Flugstunden. Zunächst steht die theoretische ATPL-Ausbildung mit praktischer Grundausbildung – im Berufsjargon „frozen ATPL“ genannt. Die volle Lizenz wird nach 1.500 Flugstunden erteilt.

Neben der integrierten Vollzeitausbildung gibt es modulare Ausbildungsgänge, bei denen die Lizenzabschnitte schrittweise erworben werden – häufig berufsbegleitend und mit längerer Gesamtdauer. Beide Wege führen zur gleichen Lizenz, unterscheiden sich aber in Kostenstruktur und Zeitplan. Welches Modell passt, hängt von der persönlichen Finanzierungssituation und davon ab, ob ein Airline-Programm mit verbindlicher Perspektive angestrebt wird.

Danach folgt das Type Rating, die Musterschulung auf einen konkreten Flugzeugtyp. Der Berufseinstieg erfolgt als First Officer auf dem rechten Sitz im Cockpit. Mit den Dienstjahren steigen Piloten über die Senioritätsliste auf – vom Junior First Officer über erfahrene First Officers bis zum Kapitän auf dem linken Sitz, erkennbar an den vier Streifen auf der Uniform.

Wie lange der Aufstieg dauert, hängt stark vom Arbeitgeber ab: Bei der Lufthansa vergehen nach Angaben des VC-Präsidenten Andreas Pinheiro 18 bis 20 Jahre bis zum Kapitänsposten, bei wachsenden Airlines oft nur drei bis fünf Jahre (n-tv, Juli 2025). Diese Zeitspanne wirkt sich direkt auf das Lebenseinkommen aus, weil das Kapitänsgehalt die höchsten Stufen der Tabelle erreicht.

Die große Spanne erklärt sich aus dem Senioritätsprinzip: Kapitänsposten werden frei, wenn ältere Jahrgänge in den Ruhestand gehen oder die Flotte wächst. Airlines mit vielen Neubestellungen und hohem Wachstum befördern entsprechend schneller, etablierte Gesellschaften mit stabiler Flottengröße langsamer. Wer seine Gehaltsentwicklung plant, sollte daher neben dem Einstiegsgehalt auch die realistische Wartezeit auf den linken Sitz vergleichen – sie entscheidet mit darüber, wie früh die oberen Tabellenwerte erreicht werden.

Zukunftsaussichten für Piloten

Der Arbeitsmarkt für Piloten gilt langfristig als stabil: Der weltweite Flugverkehr wächst, und viele Fluggesellschaften melden Personalbedarf im Cockpit. Für Berufseinsteiger bedeutet das gute Chancen auf eine Festanstellung – allerdings nicht mehr automatisch bei der traditionsreichen Kernmarke eines Konzerns.

Strukturell verändert sich der Einstieg: Der Lufthansa-Konzern lagert Wachstum zunehmend auf Töchter wie Eurowings, Discover Airlines und City Airlines um – mit eigenen, niedrigeren Tarifstrukturen. Wer heute in den Konzern einsteigt, beginnt häufiger bei einer Tochtergesellschaft als bei der Kernmarke, mit entsprechend niedrigerem Einstiegsgehalt, wie die Gehaltstabelle zeigt.

Krisenanfällig bleibt die Branche trotzdem: Pandemien, Treibstoffpreise und geopolitische Entwicklungen wirken direkt auf Flugpläne und Personalbedarf. Einstellungsstopps in einzelnen Jahren sind Teil der Branchenrealität, auch wenn der langfristige Bedarf intakt ist. Für Bewerber zahlt sich Flexibilität aus – bei der Wahl der Airline, der Basis und des Einstiegszeitpunkts.

Zugleich verbessern Gewerkschaftsabschlüsse die Bedingungen spürbar: Für Eurowings-Piloten vereinbarten Eurowings und die Vereinigung Cockpit rückwirkend 7 Prozent ab Januar 2024 sowie je 5 Prozent ab Januar 2025 und 2026 (Vereinigung Cockpit / Eurowings, 2024). Bei Discover Airlines summieren sich die Erhöhungen ab 2024 laut Tarifübersichten auf insgesamt 34 bis 38 Prozent. Die Vereinigung Cockpit verhandelt zudem weiter über die betriebliche Altersvorsorge im Lufthansa-Konzern – Gehälter und Zusatzleistungen bleiben also in Bewegung.

Häufige Fragen zum Pilot-Gehalt (FAQ)

Wie viel verdient ein Pilot am Anfang?

Das hängt stark vom Arbeitgeber ab. Bei der Lufthansa-Kernmarke startet ein First Officer laut Unternehmensangabe mit rund 88.600 Euro Fixgehalt im Jahr (Stand 2025/2026), bei der Low-Cost-Tochter Eurowings mit etwa 70.200 bis 74.000 Euro. Gehaltsportale nennen als unteren Einstiegswert deutschlandweit rund 44.300 Euro brutto – dieser Durchschnitt enthält allerdings auch kleine Airlines und Teilzeitmodelle. Umgerechnet entsprechen die 88.600 Euro der Kernmarke rund 7.400 Euro brutto im Monat – vor den Zulagen. Auch die jüngeren Konzerntöchter Discover Airlines und City Airlines vergüten nach eigenen Tarifen unterhalb des Kernmarken-Niveaus.

Wie viel verdient ein Kapitän bei der Lufthansa?

Kapitäne der Lufthansa-Kernmarke erreichen nach den 2026 berichteten Tarifdaten bis zu 281.300 Euro Fixgehalt im Jahr; mit Zulagen wie der Flugstundenvergütung können es über 300.000 Euro werden (Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung; WA: Lufthansa-Streik – Wie hoch ist das Gehalt von Piloten?). Der Einstieg als Kapitän liegt bei rund 106.000 Euro brutto im Jahr. Zum Vergleich: Bei der Tochter Eurowings erreichen Kapitäne je nach Tarifstufe 202.300 bis 214.000 Euro im Jahr (gleiche Quellenlage).

Wie teuer ist die Pilotenausbildung?

Die Vereinigung Cockpit beziffert die Gesamtkosten auf 60.000 bis 120.000 Euro. Hinzu kommt, dass die rund zweijährige Ausbildung meist unvergütet bleibt – angehende Piloten benötigen daher eine gesicherte Finanzierung, bevor sie das erste Gehalt beziehen. Wo innerhalb der Spanne die eigenen Kosten liegen, hängt von der Flugschule und dem Ausbildungsmodell ab: Integrierte Vollzeitkurse und modulare Ausbildungen unterscheiden sich deutlich in Kostenstruktur und Dauer.

Wer finanziert die Pilotenausbildung?

Übliche Wege sind Eigenkapital, Bildungskredite und Airline-eigene Programme. Die Lufthansa hat ihr Modell reformiert: Bewerber bringen nur noch 10.000 Euro Eigenkapital ein, der Konzern finanziert den Rest vor; die Rückzahlung in Raten beginnt erst ab einem Jahresgehalt von mehr als 30.000 Euro brutto (Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, 2026).

Verdienen Ryanair-Piloten weniger als Lufthansa-Piloten?

Ja. Branchendaten zeigen, dass Billigfluggesellschaften wie Ryanair deutlich unter dem Niveau der Netzwerk-Airlines zahlen. Da Low-Cost-Carrier andere Tarif- und Vertragsstrukturen haben, schwanken die konkreten Werte zusätzlich – für verbindliche Zahlen lohnt der Blick in den jeweils aktuellen Vertrag. Ein belastbarer Vergleich ist nur auf dieser Basis möglich, weil Fixgehalt und Zulagen bei Low-Cost-Carriern anders gewichtet sind als bei Netzwerk-Airlines.

Fazit: Worauf Bewerber achten sollten

Die Zahlen zeigen: Beim Pilot-Gehalt zählt weniger der Berufstitel als die Kombination aus Karrierestufe, Airline und Tarifvertrag. Wer den Beruf anstrebt, sollte vor der Entscheidung drei Punkte prüfen: Erstens den Tarifvertrag der Ziel-Airline statt der Durchschnittswerte aus Gehaltsportalen, zweitens die Finanzierung der Ausbildung inklusive Rückzahlungsklauseln und drittens die Senioritätsregeln – denn ein späterer Airline-Wechsel ist wegen des Neueinstiegs als Co-Pilot teuer. Wer diese Punkte klärt, trifft die Berufswahl auf einer belastbaren Grundlage und kennt die realistische Gehaltsentwicklung vom Ersteinstieg als First Officer bis zum Kapitänsposten. Und weil Tarifrunden die Werte laufend verändern, gehört vor jeder Bewerbung auch ein Blick auf die neuesten Abschlüsse der Vereinigung Cockpit zur Vorbereitung.