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Unternehmen

Ausbildung bei Lidl: Berufe, Gehalt, Bewerbung – mit Insider-Einblicken

Berufswelt Journal Redaktion
Offizielle Lidl-Karriereseite zur Ausbildung mit Hinweis auf Ausbildungsgehalt und Berufe

Eine Ausbildung bei Lidl gehört zu den gefragtesten Einstiegen im deutschen Handel: Der Discounter lernt seine Nachwuchskräfte in 39 Regionalgesellschaften sowie an den Hauptsitzen in Neckarsulm und Bad Wimpfen aus – im Verkauf, in der Logistik und in der Verwaltung. Schon im ersten Ausbildungsjahr gibt es 1.250 Euro brutto im Monat, Abiturienten starten über ein eigenes Programm direkt mit Führungsperspektive. Dieses Porträt zeigt aus Bewerber-Sicht, welche Berufe Lidl ausbildet, wie hoch die Vergütung ist, wie die Bewerbung läuft und wie der Alltag im Discount ehrlich einzuordnen ist – inklusive Einblicken aus dem Exklusiv-Interview des Berufswelt Journals mit Lidl-Ausbildungsverantwortlichen Amir Čomaga.

Lidl als Ausbildungsbetrieb im Steckbrief

UnternehmenLidl Dienstleistung GmbH & Co. KG / Lidl Stiftung & Co. KG
BrancheLebensmitteldiscount, Teil der Schwarz-Gruppe
HauptsitzeNeckarsulm und Bad Wimpfen (Baden-Württemberg)
MitarbeiterRund 100.000 bei Lidl Deutschland (Quelle: merkur.de unter Berufung auf das Handelsblatt, 2023/2024); die Schwarz-Gruppe beschäftigt als Konzernkontext weltweit rund 604.000 Mitarbeiter (Quelle: n-tv, Geschäftsjahr 2025/26)
AuszubildendeRund 5.000 Azubis in 39 Regionen plus Hauptsitze (Quelle: jobs.lidl.de)
EinstiegswegeAusbildung (ab 1.250 €/Monat), Abiturientenprogramm (ab 1.350 €/Monat), Duales Studium
Ausbildungsvergütung1.250 € / 1.350 € / 1.500 € brutto im 1./2./3. Jahr, dazu Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie 5 % Mitarbeiterrabatt (Quelle: jobs.lidl.de, Abruf aktuell)
Qualitätssignal„Great Start!"-Zertifizierung des Instituts „Great Place to Work" auf Basis der Befragung eigener Azubis und Studierender (Quelle: jobs.lidl.de)
Infografik: Lidl als Ausbildungsbetrieb im Steckbrief Unternehmen: Branche | Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG / Lidl Stiftung & Co....

Welche Ausbildungsberufe bietet Lidl an?

Die Auswahl hängt von deinem Schulabschluss und deinen Interessen ab. Nach Angaben auf der offiziellen Ausbildungsseite bildet Lidl unter anderem in diesen Berufen aus:

  • Verkauf: Verkäufer im Einzelhandel (in der Regel 2 Jahre), Kaufmann im Einzelhandel (3 Jahre)
  • Logistik: Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist
  • Verwaltung und IT: Kaufmann für Büromanagement, Fachinformatiker Systemintegration

Regionale Unterschiede gibt es: Nicht jeder Beruf wird an jedem Standort ausgeschrieben. Über die Stellensuche von Lidl lässt sich filtern, welche Ausbildungsplätze in deiner Region gerade frei sind. Über das Gesamtangebot spricht Amir Čomaga, Abteilungsleiter Onboarding- und Ausbildungskonzepte bei Lidl, im Interview mit dem Berufswelt Journal von „21 angebotenen Berufsbildern" – das zeigt, wie breit der Konzern ausbildet, auch wenn für Schüler vor allem die klassischen Berufe in Filiale, Lager und Büro relevant sind.

Abiturientenprogramm: Ausbildung mit Fokus auf Führungsnachwuchs

Für Abiturienten hat Lidl ein eigenes Programm aufgelegt, das über die normale Ausbildung hinausgeht. Der Kern ist eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, ergänzt um Stationen und Aufgaben, die gezielt auf Führungsverantwortung vorbereiten. Die Vergütung beginnt laut Lidl bei 1.350 Euro brutto im Monat. Das Ziel ist klar benannt: Nach dem Programm sollen die Absolventen Positionen wie Filialleitung im Verkauf oder Abteilungsleitung in der Logistik übernehmen.

Das Abiturientenprogramm ist bewusst vom dualen Studium zu trennen: Es endet mit einem anerkannten Berufsabschluss, nicht mit einem Bachelor. Wer lieber studiert und dabei mehr verdient, findet alle Details im separaten Porträt zum dualen Studium bei Lidl.

Ausbildungsvergütung bei Lidl im Überblick

Lidl zahlt Azubis übertariflich und hat die Ausbildungsgehälter zuletzt deutlich angehoben. Nach aktuellem Stand der Karriereseite gilt:

AusbildungsjahrVergütung (brutto, Vollzeit)
1. Ausbildungsjahr1.250 €/Monat
2. Ausbildungsjahr1.350 €/Monat
3. Ausbildungsjahr1.500 €/Monat

Quelle: jobs.lidl.de/schueler/ausbildung, Stand bei Redaktionsschluss. Zusätzlich zum Grundgehalt gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie fünf Prozent Mitarbeiterrabatt auf den Einkauf.

Zur Einordnung: Lidl liegt mit diesen Sätzen im Marktvergleich der Discounter und Drogerien im oberen Bereich. Alle Feinheiten zur Bezahlung, zu Sonderzahlungen und zum Gehalt nach der Ausbildung behandelt der Schwerpunktartikel Lidl Ausbildung: Gehalt.

Wie läuft die Bewerbung bei Lidl ab?

Der Bewerbungsprozess läuft vollständig digital an und gliedert sich nach Angaben auf der Lidl-Karriereseite in diese Schritte:

  • Online-Bewerbung: Du bewirbst dich über das Karriereportal – ein klassisches Anschreiben ist nicht immer nötig, Lebenslauf und Zeugnisse sollten aber vollständig sein.
  • Telefon- oder Video-Interview: Nach der Vorauswahl folgt ein erstes Gespräch, in dem es um Motivation und Rahmenbedingungen geht.
  • Auswahltag oder Assessment-Center: Je nach Ausbildungsberuf und Region kommt ein Auswahltag dazu, teils mit Gruppenübungen.
  • Vorstellungsgespräch: Im letzten Schritt lernst du deine künftigen Ansprechpartner am Standort kennen.

Die Ausbildung startet in der Regel am 1. August oder 1. September. Weil die Plätze früh vergeben werden, lohnt es sich, sich bereits ein Jahr vorher zu bewerben – im Herbst des letzten Schuljahres bist du damit früh genug dran.

Einblicke aus dem Interview: Wie Lidl seine Azubis fördert

Das Berufswelt Journal hat mit Amir Čomaga, Abteilungsleiter für Onboarding- und Ausbildungskonzepte bei Lidl, ausführlich über das Nachwuchskräftekonzept des Unternehmens gesprochen. Drei Aussagen aus dem Exklusiv-Interview mit Lidl zeigen, was Bewerber konkret erwartet.

Zum Einstieg gehört ein Patenprogramm: „Für einen guten Start sorgt beispielsweise unser Patenprogramm, bei dem hauptsächlich erfahrene Azubis aus dem zweiten und dritten Lehrjahr den neuen Kollegen zur Seite stehen, um sich wohlzufühlen." Die Paten helfen bei Fragen aller Art und beim Knüpfen erster Kontakte – ein praktischer Vorteil, weil du in der Anfangszeit nicht nur auf Vorgesetzte angewiesen bist.

Über das Ziel der Ausbildung sagt Čomaga: „Als engagierte Ausbilder ist es uns wichtig, motivierte Fachkräfte in unseren 21 angebotenen Berufsbildern auszubilden. […] Damit wollen wir erreichen, alle Nachwuchskräfte nach ihrer Ausbildung in ihre jeweilige Zielposition zu übernehmen und ihnen verantwortungsvolle Projekte zu übertragen." Die Übernahme ist also nicht Nebensache, sondern erklärtes Ziel des Ausbildungskonzepts.

Wie früh Verantwortung tatsächlich übergeben wird, macht ein konkretes Beispiel deutlich: „Zum Beispiel leiten unsere ausgebildeten Einzelhandelskaufleute stellvertretend eine Filiale. Für unsere Teilnehmer im Abiturientenprogramm bieten wir die Perspektive in der Filiale als Filialleitung oder in der Logistik als Abteilungsleitung an." Wer Führung anstrebt, bekommt bei Lidl also früh die Chance, sie auch auszuüben.

Karrierewege nach der Ausbildung

Lidl skizziert auf seiner Karriereseite klare Aufstiegslinien je Bereich. Wer im Verkauf startet, kann über die stellvertretende Filialleitung zur Filialleitung aufsteigen, weiter geht es Richtung Verkaufsleiter und Vertriebsleiter. In der Logistik führt der Weg vom Teamleiter über den Abteilungsleiter bis zum Betriebsleiter eines Logistikzentrums. In der Verwaltung ist eine Entwicklung entlang fachlicher Projekt- und Consultant-Rollen möglich.

Entscheidend für Bewerber: Die internen Karrierewege sind eng mit der Ausbildung verzahnt. Weil Lidl den Führungsnachwuchs bevorzugt aus den eigenen Reihen rekrutiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein späterer Vorgesetzter selbst einmal als Azubi im Unternehmen begonnen hat.

Wie ist die Ausbildung bei Lidl wirklich? Ein fairer Blick auf Arbeitstempo und Alltag

Kein Bewerber-Porträt ist vollständig ohne einen Blick auf die Schattenseiten. Auf der Bewertungsplattform kununu finden sich zahlreiche Erfahrungsberichte von Auszubildenden bei Lidl. Der häufigste Verbesserungswunsch betrifft die Work-Life-Balance. In Einzelbewertungen tauchen wiederkehrend drei Punkte auf: hohes Arbeitstempo, schlanke Personaldecke in den Filialen und kurzfristige Dienstplangestaltung. Mehrere Azubis berichten zugleich, dass die Erfahrung stark davon abhängt, in welcher Filiale sie landen – die Spannbreite der Bewertungen ist entsprechend groß (Quelle: kununu, Azubi-Bewertungen zu Lidl).

Die Einordnung: Das Discount-Modell funktioniert über niedrige Preise und geringe Kosten – daraus folgt ein schlanker Personalansatz, der sich im Arbeitsalltag direkt bemerkbar macht. Wer eine ruhige, stark angeleitete Ausbildung sucht, ist in einem Büroberuf oder in der Logistik möglicherweise besser aufgehoben als an der Kasse einer gut besuchten Filiale. Lidl reagiert auf die Kritik auf kununu mit eigenen Stellungnahmen und verweist auf laufende Prozessoptimierungen. Fair ist außerdem festzuhalten: Die „Great Start!"-Zertifizierung des Instituts „Great Place to Work" basiert auf der Befragung der eigenen Azubis und Studierenden und zeigt, dass die Ausbildung bei Lidl intern überwiegend positiv erlebt wird.

Arbeiten bei Lidl – wie ist das Unternehmen als Arbeitgeber einzuordnen?

Mit rund 100.000 Mitarbeitern gehört Lidl zu den größten Arbeitgebern im deutschen Handel. Das Unternehmen wirbt mit einem übertariflichen Mindesteinstiegslohn für tarifliche Kollegen – auch für Mitarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung –, der je nach Erfahrung und Tarifgebiet deutlich höher liegen kann (Quelle: jobs.lidl.de).

Für Azubis ist das in zweierlei Hinsicht relevant: Erstens signalisiert der übertarifliche Rahmen, dass auch die Ausbildungsvergütung regelmäßig angehoben wird. Zweitens bedeutet die Unternehmensgröße, dass es viele interne Wechseloptionen gibt – zwischen Filialen, Logistikstandorten und den Hauptsitzen. Wer langfristig im Handel bleiben will, muss bei Lidl nicht den Arbeitgeber wechseln, um sich weiterzuentwickeln.

Häufige Fragen zur Ausbildung bei Lidl

Welche Voraussetzungen brauchst du für eine Ausbildung bei Lidl?

Für den Verkäufer im Einzelhandel genügt in der Regel ein Hauptschulabschluss, für den Kaufmann im Einzelhandel wird die mittlere Reife empfohlen, für das Abiturientenprogramm brauchst du das Abitur. Wichtiger als der Abschluss sind laut Lidl Engagement, Zuverlässigkeit und Freude am Umgang mit Menschen.

Wie viel verdient man in der Lidl-Ausbildung?

Aktuell 1.250 Euro brutto im ersten, 1.350 Euro im zweiten und 1.500 Euro im dritten Ausbildungsjahr (Vollzeit, Quelle: jobs.lidl.de, Stand bei Redaktionsschluss). Dazu kommen Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie fünf Prozent Mitarbeiterrabatt.

Wie läuft die Bewerbung ab und wann sollte man sich bewerben?

Die Bewerbung läuft online über das Karriereportal, gefolgt von einem Telefon- oder Video-Interview, je nach Beruf einem Auswahltag und einem Vorstellungsgespräch. Da die Ausbildung meist am 1. August oder 1. September beginnt, empfiehlt sich eine Bewerbung rund ein Jahr im Voraus.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung, Abiturientenprogramm und dualem Studium bei Lidl?

Die Ausbildung führt zum anerkannten Berufsabschluss (z. B. Kaufmann im Einzelhandel), das Abiturientenprogramm kombiniert diese Ausbildung mit gezielter Führungsvorbereitung, und das duale Studium endet mit einem Bachelor-Abschluss. Alle Details zum Studienweg findest du im Porträt zum Lidl dualen Studium.

Wie ist das Arbeiten bei Lidl allgemein?

Lidl beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter in Deutschland und zahlt einen übertariflichen Mindesteinstiegslohn für tarifliche Kollegen. Kununu-Bewertungen loben Bezahlung und Kollegialität, kritisieren aber teils das hohe Arbeitstempo und die Personaldichte – die Erfahrung hängt stark vom jeweiligen Standort ab.

Wie stehen die Übernahmechancen nach der Ausbildung?

Die Übernahme ist laut Ausbildungsverantwortlichem Amir Čomaga erklärtes Ziel: Lidl will alle Nachwuchskräfte nach der Ausbildung in ihre Zielposition übernehmen. Konkrete Aufstiegsperspektiven sind etwa die stellvertretende Filialleitung direkt nach dem Abschluss oder – im Abiturientenprogramm – die Filial- beziehungsweise Abteilungsleitung.