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Weiterbildung

Karriere in der Elektronikfertigung: Einstieg und Ausbildung bei MEBATRON

Berufswelt Journal Redaktion
Karriere in der Elektronikfertigung: Einstieg und Ausbildung bei MEBATRON

Kaum ein Wirtschaftsbereich ist so unsichtbar und zugleich so allgegenwärtig wie die Elektronikfertigung. In Medizinprodukten, Fahrzeugen, Ladesäulen und Industrieanlagen stecken Baugruppen, die spezialisierte Fertigungsbetriebe im Auftrag ihrer Kunden entwickeln und produzieren. Wer in diesem Umfeld einsteigen will, hat dafür mehrere Wege: die klassische Ausbildung in elektrotechnischen oder fertigungsnahen Berufen, Praktikum oder Ferienjob zum Reinschnuppern sowie den Direkt- oder Quereinstieg mit Erfahrung aus anderen Branchen. Wie der Einstieg konkret gelingen kann und wie der Arbeitsalltag in einem solchen Betrieb aussieht, zeigt das Beispiel der MEBATRON Elektronik GmbH in Brieselang bei Berlin.

Elektronikfertigung als Berufsfeld

EMS steht für Electronic Manufacturing Services, also die Auftragsfertigung elektronischer Baugruppen und Geräte. Unternehmen aus Medizintechnik, Mobilität, Automatisierung oder Maschinenbau lagern die Produktion ihrer Elektronik dabei an spezialisierte Dienstleister aus, statt eigene Fertigungslinien aufzubauen. Entstanden ist ein Berufsfeld, das deutlich vielfältiger ist, als das Klischee vom Fabrikjob vermuten lässt.

Zu den typischen Tätigkeitsfeldern gehören die Leiterplattenbestückung in verschiedenen Verfahren, die Montage kompletter Baugruppen und Geräte, die Qualitätssicherung mit modernen Prüftechnologien sowie der Schaltschrankbau und die Kabelkonfektionierung. Hinzu kommen Aufgaben in Entwicklung, Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft und Logistik. Wer in diesem Umfeld arbeitet, braucht technisches Verständnis, Sorgfalt und häufig den Umgang mit digitalen Fertigungssystemen Programmier- und Prüftechnik inklusive.

Für Menschen, die handwerkliche Genauigkeit mit Interesse an Technik verbinden, bietet das Berufsfeld abwechslungsreiche Aufgaben vom Umgang mit Bestückungsautomaten und Prüftechnik bis zur Endmontage kompletter Geräte. Entscheidend sind weniger ein bestimmter Bildungsweg als vielmehr Sorgfalt, Lernbereitschaft und die Freude an sichtbaren Arbeitsergebnissen.

MEBATRON als EMS-Fertiger ein Blick in die Praxis

Gefertigt wird seit mehr als 30 Jahren vom Prototypen über die Kleinserie bis zur Großserie. Rund 50 Mitarbeitende bearbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 815 Projekte pro Jahr auf 2.650 Quadratmetern Fertigungsfläche. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus Medizintechnik, Mobilität, Automatisierung, Steuerungstechnik, IT, Telekommunikation und Maschinenbau.

Das Leistungsspektrum reicht von der Entwicklung über die Leiterplattenbestückung bis zur Endmontage, zum Schaltschrankbau und zur Kabelkonfektionierung ergänzt um Logistik und After-Sales. Ein Kernbereich ist die Bestückung: Gerade die präzise THT-Bestückung zeigt, wie anspruchsvoll die Arbeit an der Leiterplatte heute ist. Während bei der SMD-Technik miniaturisierte Bauteile weitgehend automatisiert auf die Platine gesetzt werden, kommen bei der durchkontaktierten Montage größere oder mechanisch stärker belastete Bauteile zum Einsatz. Diese werden nach digitalem Fertigungsplan vorbereitet, gesteckt, verlötet und geprüft ein Ablauf, der Geschick, Erfahrung und technisches Verständnis erfordert.

Qualität wird in dem Betrieb großgeschrieben: Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen nach ISO 9001:2015 vom TÜV Rheinland zertifiziert und Mitglied im FED, dem Fachverband Elektronik-Design. Für Beschäftigte bedeutet das Arbeiten nach dokumentierten Prozessen, mit festen Prüfschritten und klaren Verantwortlichkeiten ein Umfeld, in dem Sorgfalt zur täglichen Routine gehört und neue Teammitglieder schnell verlässliche Strukturen vorfinden.

Einstiegswege Ausbildung, Praktikum, Direkteinstieg

Wie kommt man in einen solchen Betrieb? Laut Karriereseite bietet MEBATRON mehrere Einstiegsformate: Ausbildungen für Schulabgänger, Praktika und Ferienjobs für Schüler und Studierende sowie den Direkteinstieg für Fachkräfte mit Berufserfahrung. Gerade die niedrigschwelligen Angebote eignen sich, um herauszufinden, ob die Arbeit an Leiterplatten, Prüfsystemen oder in der Montage zu den eigenen Stärken passt ohne sich sofort langfristig festzulegen. Für solche Schnupperplätze genügt in der Regel eine kurze, sorgfältig formulierte Bewerbung mit den wichtigsten Unterlagen.

Ein Beispiel ist die laut Karriereseite ausgeschriebene Stelle in der Technischen Arbeitsvorbereitung (m/w/d). Diese Funktion gilt in Fertigungsbetrieben als Bindeglied zwischen Entwicklung und Produktion: Hier werden Fertigungsunterlagen erstellt, Arbeitsabläufe geplant und die Produktionsteams bei der Umsetzung unterstützt. Wer technische Zusammenhänge gern versteht, strukturiert arbeitet und den direkten Kontakt zur Fertigung sucht, findet in solchen Positionen einen Einstieg mit Entwicklungsperspektive auch abseits klassischer Schichtmodelle.

Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger haben in der Elektronikfertigung Chancen. Viele Tätigkeiten werden im Betrieb angelernt, und Erfahrungen aus anderen Berufen etwa aus Handwerk, Lager oder Büro lassen sich häufig übertragen. Entscheidend sind technisches Interesse, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, sich in neue Abläufe einzuarbeiten.

Auf der Seite Jobs und Karriere bei MEBATRON nennt das Unternehmen mit Andreas Henschel einen festen Ansprechpartner für Bewerbungen und gibt an, dass die Rückmeldung innerhalb eines Arbeitstages erfolgt. Verglichen mit den oft langen Wartezeiten üblicher Bewerbungsprozesse ist das ein bemerkenswert kurzer Weg.

Arbeitsalltag und Teamkultur

Wie fühlt sich die Arbeit in einem mittelständischen EMS-Betrieb an? MEBATRON beschreibt die Zusammenarbeit über drei Prinzipien: Anpacken statt Abwarten, Teamgeist auf Augenhöhe und Wachsen mit Verantwortung. Konkret bedeutet das nach Darstellung des Unternehmens kurze Entscheidungswege, direkte Kommunikation über Abteilungen und Hierarchien hinweg sowie die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, statt Probleme lange zu diskutieren. Verantwortung wird nach eigenen Angaben von Anfang an übertragen auch an neue Teammitglieder.

Solche Werte bleiben Floskeln, wenn der Alltag sie nicht stützt. Ein Indikator dafür ist der Digitalisierungsgrad der Fertigung: Bei MEBATRON kommen eine digitale Laufkarte, eine softwaregestützte Handbestückung und ein digitaler DFM-Check zum Einsatz, der Stücklisten und Fertigungsdaten automatisiert prüft. Für die Belegschaft bedeutet das weniger Papierkram und Suchen, dafür klare digitale Arbeitsanweisungen direkt am Arbeitsplatz. Auch in der Qualitätskontrolle setzt das Unternehmen auf moderne Verfahren bis hin zur KI-gestützten Inspektion.

Für Bewerberinnen und Bewerber ist das in zweierlei Hinsicht relevant: Zum einen sinkt die Einstiegshürde, weil Prozesse dokumentiert und digital geführt sind und sich neues Wissen gezielt aneignen lässt. Zum anderen entstehen Kompetenzen, die weit über den einzelnen Betrieb hinaus verwertbar sind vom Umgang mit Fertigungssoftware bis zur Auswertung digitaler Prüfdaten.

Nachhaltigkeit als Teil der Arbeitgebermarke

Für viele Jobsuchende spielt Nachhaltigkeit bei der Wahl des Arbeitgebers eine zunehmend wichtige Rolle. MEBATRON positioniert sich hier mit dem Anspruch „Smart & Green“ und kann dafür konkrete Zahlen vorweisen: Eine Photovoltaikanlage mit 170 Kilowatt Peak auf dem Firmendach deckt nach Unternehmensangaben rund 44 Prozent des Strombedarfs der Fertigung und spart damit etwa 88 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Die papierlose Fertigung reduziert den Papierverbrauch eigenen Angaben zufolge um rund 50.000 Blatt jährlich.

Solche Maßnahmen sind mehr als Umweltkommunikation In der vergleichsweise energieintensiven Elektronikfertigung beeinflussen sie den Arbeitsalltag unmittelbar: Digitale Fertigungspläne ersetzen ausgedruckte Laufzettel, Prüfergebnisse werden elektronisch dokumentiert, und der Strom für Bestückungslinien und Lötsysteme stammt teilweise direkt vom eigenen Dach. Wer Wert auf einen ökologisch verantwortungsvollen Arbeitgeber legt, kann solche belegbaren Angaben als Prüfmaßstab nutzen und sie im Bewerbungsgespräch gezielt hinterfragen.

Perspektiven für Bewerberinnen und Bewerber

Die Elektronikfertigung ist ein Berufsfeld, das weit mehr bietet als repetitive Fließbandarbeit: technisch anspruchsvolle Tätigkeiten, digitalisierte Prozesse und Einsatzbranchen von Medizintechnik bis Mobilität. Mittelständische EMS-Dienstleister wie MEBATRON zeigen, wie der Einstieg konkret aussehen kann über Ausbildung, Praktikum, Ferienjob oder Direkteinstieg, je nach Ausgangslage.

Wer Interesse an Technik mitbringt und gern im Team arbeitet, findet in solchen Betrieben überschaubare Strukturen, kurze Wege und ein sichtbares Ergebnis der eigenen Arbeit. Interessierte können sich dort auch initiativ bewerben; laut Karriereseite genügt für den ersten Kontakt bereits eine kurze Mitteilung oder ein Lebenslauf an den Ansprechpartner. Auch zur ersten Orientierung taugt ein Blick in aktuelle Stellenanzeigen: Aus den beschriebenen Aufgaben, Anforderungen und Rahmenbedingungen lässt sich oft mehr über einen Arbeitgeber ablesen als aus jeder Imagebroschüre.