Bayer Ausbildung: Berufe, Vergütung und Bewerbung im Überblick

Die Bayer Ausbildung gehört zu den begehrtesten Einstiegen in die deutsche Life-Science-Branche: Der Konzern bildet in mehr als 30 Berufen aus, von der Chemie bis zur IT, und ergänzt das Angebot um duale Studiengänge. Dieser Überblick zeigt, welche Ausbildungsberufe Bayer anbietet, an welchen Standorten die Ausbildung stattfindet, wie die Vergütung nach Chemietarif einzuordnen ist und wie die Bewerbung abläuft. Ergänzt wird das Porträt durch Zitate aus einem Interview dieser Redaktion mit der Bayer-Personalvorständin Heike Prinz – und durch einen ehrlichen Blick auf den Konzernumbau, den du als Bewerber kennen solltest.
Die wichtigsten Fakten im Steckbrief:
| Branche | Life-Science-Konzern (Pharma, Consumer Health, Crop Science) |
|---|---|
| Ausbildungsangebot | Über 30 Ausbildungsberufe in vier Berufskategorien, dazu mehrere duale Studiengänge |
| Ausbildungsstandorte | Bergkamen, Berlin, Dormagen, Knapsack, Leverkusen, Wuppertal |
| Ausbildungsdauer | 3,5 Jahre (z. B. Chemikant, Chemielaborant) |
| Übernahmequote | durchschnittlich 90 Prozent (Angabe von Bayer) |
| Bewerbung | online über das Bayer-Bewerbungsportal, nur eine Bewerbung pro Person |
Quelle: Bayer-Karriereseite „Ausbildung und duales Studium“
Welche Ausbildungsberufe bietet Bayer an?
Die Ausbildungsberufe bei Bayer lassen sich vier Kategorien zuordnen: kaufmännische Berufe, technische und IT-Berufe, naturwissenschaftliche Berufe sowie Gastronomie-Berufe, für die die Bewerbung laut Bayer gesondert über das Ausbildungsportal AUBI-Plus läuft. Gerade im Bereich Technik und IT bietet der Konzern eine breite Auswahl, etwa Fachinformatiker, Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker oder Industriemechaniker. Bei vielen Bewerbern stehen aber die naturwissenschaftlichen Berufe im Mittelpunkt, weil Bayer hier als Chemie- und Pharmaunternehmen seine Kernkompetenz hat. Zur Auswahl stehen unter anderem:
- Chemikant
- Chemielaborant
- Biologielaborant
- Pharmakant
- Landwirt
- Gärtner im Obstbau
- Tierpfleger
Welche dieser Berufe aktuell ausgeschrieben sind, zeigt die Stellenübersicht auf der Karriereseite; das Angebot variiert je nach Standort und Starttermin. Wer eher kaufmännisch oder technisch interessiert ist, findet dort eigene Übersichten für diese Kategorien.
Chemikant und Chemielaborant im Fokus
Die Ausbildung zum Chemikant dauert 3,5 Jahre und setzt in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss voraus. Bayer erwartet naturwissenschaftliches Interesse und technisch-physikalisches Verständnis. Zu den Inhalten zählen die industrielle Herstellung chemischer und biotechnologischer Produkte, Verfahrens- und Informationstechnik, Qualitätssicherung sowie Anlagen- und Prozessleittechnik. Über eine neue Wahlqualifikation zu Digitalisierung und vernetzter Produktion lernen die Auszubildenden, Daten aus der Produktion selbstständig zu erfassen, zu prüfen und auszuwerten.
Für die Ausbildung zum Chemielaborant verlangt Bayer mindestens die Fachoberschulreife und ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Interesse; auch diese Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Details zu Voraussetzungen und Inhalten stellt der Konzern auf den Berufsseiten zur Ausbildung zum Chemikant und zur Ausbildung zum Chemielaborant vor.

Duales Studium bei Bayer
Neben den klassischen Ausbildungsberufen bietet Bayer duale Studiengänge an, die ein Hochschulstudium mit Praxisphasen im Konzern verbinden. Das Angebot richtet sich vor allem an Abiturienten; je nach Standort stehen unterschiedliche Studienrichtungen zur Wahl:
- Verfahrenstechnik
- Elektrotechnik
- Wirtschaftsinformatik
- Informatik
- Technisches Facility Management
- Betriebswirtschaftslehre / Logistikmanagement
Zwei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die dualen Studiengänge aufgebaut sind: Das duale Studium BWL/Industrie mit internationaler Ausrichtung läuft als sechssemestriger Intensivstudiengang (210 Credits) gemeinsam mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin; Vorlesungsphasen und Praxiseinsätze bei Bayer Pharma wechseln sich ab, der Kurs beginnt jeweils am 1. Oktober, und zu den Leistungen zählen 30 Tage Urlaub sowie eine tariflich festgelegte Ausbildungsvergütung. Ganz anders gelagert ist das duale Studium Biopharmazeutische Arzneimittelherstellung: Der siebensemestrige Intensivstudiengang findet am Umwelt Campus Birkenfeld der Hochschule Trier statt, beginnt jährlich am 1. September, und Bayer übernimmt die Studiengebühren.
Welche Kombination aus Studiengang, Praxisstandort und Hochschulpartner aktuell verfügbar ist, steht in der Stellenübersicht. Die Bewerbung läuft über dasselbe Online-Portal wie bei den Ausbildungsberufen.
Standorte der Ausbildung: Leverkusen und mehr
Die Ausbildung findet an mehreren deutschen Bayer-Standorten statt. In der Ausbildungsmatrix des Konzerns stehen sechs Kernstandorte: Bergkamen, Berlin, Dormagen, Knapsack, Leverkusen und Wuppertal. Leverkusen ist der bekannteste davon – hier sitzt die Konzernzentrale. Nicht jeder Beruf wird an jedem Standort ausgebildet; die Matrix auf der Karriereseite zeigt die jeweilige Zuordnung. Daneben gibt es Angebote an weiteren Orten, etwa Bitterfeld, Darmstadt, Grenzach und Weimar. Nach Konzernangaben vergibt Bayer deutschlandweit jedes Jahr rund 600 bis 800 Ausbildungsplätze, der überwiegende Teil davon in Leverkusen und Berlin. Praktisch für alle, die weiter weg wohnen: Wohnt dein bisheriger Wohnort mehr als 100 Kilometer vom Ausbildungsort entfernt, kannst du laut Bayer für eine gewisse Zeit einen Mietzuschuss erhalten.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung bei Bayer?
Zur konkreten Höhe der Vergütung macht Bayer auf seinen Karriereseiten keine Euro-Angaben – genannt wird nur ein „monatliches Ausbildungsgehalt“. Eine belastbare Einordnung ist trotzdem möglich: Als Chemieunternehmen ist Bayer an den Flächentarifvertrag der chemischen Industrie (Tarifpartner IG BCE und BAVC) gebunden, und die Ausbildungsvergütung richtet sich nach diesem Tarif. Wie hoch die tarifliche Ausbildungsvergütung in der Chemieindustrie ausfällt, zeigt die Beispielrechnung eines anderen tarifgebundenen Chemiekonzerns nach demselben Tarifwerk:
| Ausbildungsjahr | Monatliche Vergütung (brutto) |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.147 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.232 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.343 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.486 € |
Quelle: BASF-Karriereseite, Stand 1. April 2025. Die Werte dienen als Tarif-Orientierung und sind keine offizielle Bayer-Angabe; je nach Tarifgebiet und Tarifrunde können die Beträge abweichen. Einen vergleichbaren tariflichen Rahmen bietet übrigens auch die Henkel Ausbildung beim ebenfalls tarifgebundenen Chemiekonzern Henkel.
Zum Grundgehalt kommen bei Bayer nach Konzernangaben weitere Leistungen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld plus ein Company Bonus als Gewinnbeteiligung, eine tariflich geförderte Altersvorsorge, eine planbare 37,5-Stunden-Woche und der erwähnte Umzugszuschuss. Die Übernahmechance nach bestandener Ausbildung beziffert Bayer mit durchschnittlich 90 Prozent.

Wie bewirbst du dich bei Bayer um eine Ausbildung?
Die Bewerbung läuft vollständig online über das Karriereportal des Konzerns. Der Ablauf in drei Schritten:
- Den passenden Ausbildungsplatz in der Stellenübersicht auf der Bayer-Karriereseite auswählen.
- Lebenslauf und aktuelles Zeugnis als PDF hochladen und die Bewerbung absenden – pro Person ist nur eine Bewerbung zulässig.
- Bei manchen Ausbildungsplätzen folgt ein Online-Eignungstest, der je nach Berufsgruppe etwa 90 bis 120 Minuten dauert und Kenntnisse abfragt, die für die Ausbildung wichtig sind.
Zeitlich gilt: Die Angebote für einen Ausbildungsstart im Folgejahr werden nach Angaben von Bayer etwa ab August beziehungsweise Anfang September veröffentlicht; das Bewerbungsverfahren läuft während des gesamten Jahres, feste Bewerbungsfristen gibt es nicht.
Gerade weil nur eine Bewerbung pro Person erlaubt ist, lohnt es sich, deine Unterlagen sorgfältig vorzubereiten und den Wunschberuf vorher gut zu prüfen. Wenn du noch unsicher bist, ob etwa die Arbeit im Labor oder in der Produktion zu dir passt, kannst du zunächst ein Praktikum beim Konzern anstreben. Lücken im Lebenslauf solltest du kurz und offen erklären können. Und wirst du im späteren Auswahlprozess nach der Gehaltsvorstellung gefragt, orientiere dich am besten an den tariflichen Werten aus dem Vergütungsabschnitt oben.
Bayer im Umbau: Was Azubis über die DSO-Transformation wissen sollten
Zu einem fairen Porträt gehört auch der kritische Blick: Bayer steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Mit dem neuen Organisationsmodell „Dynamic Shared Ownership“ (DSO) baut der Konzern klassische Hierarchien ab und verlagert Entscheidungen in kleine, selbstorganisierte Teams. Die Fachzeitschrift Personalwirtschaft beschreibt den Prozess als einen der größten Umbauten der jüngeren deutschen Konzerngeschichte. Dahinter stehen Schuldenabbau, anhaltende US-Rechtsstreitigkeiten und die öffentliche Debatte um die Drei-Säulen-Struktur aus Agrar, Pharma und Consumer Health. Ein Podcast der F.A.Z. vom September 2024 berichtet zudem von Verunsicherung im Unternehmen – vor allem bei Führungskräften, deren Rollen im neuen Modell wegfallen können.
Für Auszubildende ist die Einordnung wichtig: Der Umbau betrifft primär Führungsebenen und interne Prozesse, nicht unmittelbar die Ausbildungsplätze. Gleichzeitig spricht die von Bayer genannte Übernahmequote von durchschnittlich 90 Prozent dafür, dass der Konzern weiter auf eigenen Nachwuchs setzt. Wer sich bewirbt, startet bei einem Arbeitgeber im Wandel – mit spürbaren Veränderungen, aber auch mit der Chance, neue Arbeitsweisen von Beginn an mitzuprägen.
Wie die neue Führungskultur gedacht ist, beschreibt Heike Prinz, Chief Talent Officer und Arbeitsdirektorin im Vorstand der Bayer AG, im Interview mit dem Berufswelt Journal:
„Bei uns haben Führungskräfte die Aufgabe, ihre Mitarbeiter zu befähigen, statt sie zu kontrollieren.“ Heike Prinz im Berufswelt-Journal-Interview
Die Ziele hinter DSO formuliert sie so:
„Wir wollen mit DSO agiler werden, Entscheidungsprozesse beschleunigen und unternehmerisches Denken stärker unter unseren Beschäftigten verankern – und zwar über alle Ebenen hinweg.“ Heike Prinz im Berufswelt-Journal-Interview
Bayer als Arbeitgeber heute: Ein Blick von innen
Wie konkret sich die neue Arbeitsweise anfühlen soll, bringt Prinz auf den Punkt:
„Stellen Sie sich einen Arbeitsplatz vor, an dem 95 Prozent der Entscheidungen von denen getroffen werden, die auch die Arbeit machen.“ Heike Prinz im Berufswelt-Journal-Interview
Im selben Gespräch nennt sie als Beispiele den internen Talent Marketplace, über den sich Beschäftigte konzernweit auf Projekte bewerben können, und den laufenden Umstieg auf Peer Feedback. Für Azubis heißt das: Sie lernen in einem Konzern, der Eigenverantwortung früh ernst nimmt – ein Umfeld, in dem du nicht nur Anweisungen ausführst, sondern von Anfang an mitdenken darfst.
Häufige Fragen zur Ausbildung bei Bayer
Wie lange dauert die Ausbildung bei Bayer?
Die Ausbildungen zum Chemikant und zum Chemielaborant dauern jeweils 3,5 Jahre. Die Dauer anderer Ausbildungsberufe kann abweichen und steht auf den jeweiligen Berufsseiten des Konzerns.
Wie hoch ist das Ausbildungsgehalt bei Bayer?
Bayer nennt keinen konkreten Betrag und verweist nur auf ein monatliches Ausbildungsgehalt. Als tarifgebundenes Chemieunternehmen vergütet Bayer nach dem Chemie-Flächentarif; die Orientierungswerte liegen je nach Ausbildungsjahr zwischen rund 1.150 und knapp 1.500 Euro brutto im Monat (Stand April 2025). Dazu kommen Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie ein Company Bonus.
Wie läuft die Bewerbung bei Bayer ab?
Die Bewerbung erfolgt online über das Karriereportal, inklusive Lebenslauf und Zeugnis als PDF. Pro Person ist nur eine Bewerbung zulässig; bei einigen Ausbildungsplätzen folgt ein Online-Eignungstest von etwa 90 bis 120 Minuten.
Wann solltest du dich bewerben?
Bayer veröffentlicht die Angebote für den jeweils folgenden Ausbildungsstart etwa ab August beziehungsweise Anfang September und beginnt rund ein Jahr vor Einstellungsbeginn mit dem Bewerbungsverfahren. Es gibt keine festen Bewerbungsfristen: Solange ein Platz in der Übersicht ausgeschrieben ist, kannst du dich bewerben.
Wie hoch ist die Übernahmechance nach der Ausbildung?
Bayer gibt die Übernahmechance nach der Ausbildung mit durchschnittlich 90 Prozent an.
Welche dualen Studiengänge bietet Bayer an?
Je nach Standort stehen unter anderem Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Wirtschaftsinformatik, Informatik, Technisches Facility Management sowie Betriebswirtschaftslehre/Logistikmanagement zur Wahl.


