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Weiterbildung

Quereinsteiger-Jobs: Berufe, Gehälter und Einstiegswege im Überblick

Berufswelt Journal Redaktion
Professionals discussing business strategy in a corporate office setting.
Bild von Vitaly Gariev auf Pexels

Quereinsteiger-Jobs sind in Deutschland längst kein Sonderweg mehr, sondern ein etablierter Einstieg in viele Berufe mit Fachkräftemangel. Wer nach Jahren im gelernten Beruf neu anfangen will oder ohne passenden Abschluss in ein gefragtes Feld wechseln möchte, findet heute klare, oft geförderte Einstiegswege – von der zehnmonatigen Lokführer-Umschulung bis zur zweijährigen IT-Umschulung mit IHK-Abschluss.

Dieser Ratgeber zeigt fünf Berufe, die sich für den Quereinstieg besonders eignen, und beantwortet die drei Fragen, die bei jeder Wechsel-Entscheidung im Vordergrund stehen: Wie sieht der Einstiegsweg aus, wie lange dauert die Qualifizierung, und was verdienen Sie realistisch – während der Umschulung und danach? Alle Gehaltsangaben und Umschulungsdauern beziehen sich auf den Stand 2026 und stammen aus Tarifangaben, aktuellen Stellenanzeigen sowie den Veröffentlichungen von Bildungsanbietern und Branchenportalen; als amtliche Datengrundlage dient ergänzend der Berufsbildungsbericht 2026 (Bundestags-Drucksache 21/5900). Ergänzend erfahren Sie, welche Förderinstrumente die Übergangsphase finanzieren, welche Hürden typisch sind und woran Sie erkennen, welcher Quereinstieg zu Ihrer Situation passt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fünf besonders geeignete Quereinsteiger-Jobs: Lokführer, Fachinformatiker, Pflegefachkraft, Vertrieb und Immobilienmakler.
  • Die Qualifizierungsdauer reicht von null Monaten im Vertrieb bis zu drei Jahren in der Pflege; die Lokführer-Umschulung dauert nur 9 bis 12,5 Monate.
  • Während der Umschulung liegt das Einkommen oft deutlich unter dem späteren Zielgehalt – beim Lokführer etwa 2.000 bis 2.400 Euro brutto monatlich statt später bis zu 57.000 Euro Jahresbrutto.
  • Die Finanzierung sichern Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III, Weiterbildungsprämie oder Aufstiegs-BAföG.
  • Die größten Hürden sind die Anerkennung des neuen Abschlusses und Gehaltseinbußen in der Übergangsphase – beides lässt sich mit der richtigen Wahl und Förderung abfedern.

Die 5 besten Quereinstiegs-Berufe im Überblick

Die folgende Tabelle vergleicht die fünf Berufe, die in diesem Ratgeber im Detail vorgestellt werden. Bewusst getrennt ausgewiesen sind die Vergütung während der Qualifizierungsphase und das Zielgehalt nach Abschluss – genau dieser Sprung wird in vielen Überblicken verwischt, ist für Ihre Finanzplanung aber entscheidend. Alle Werte sind Bruttowerte und verstehen sich als Orientierungsrahmen, der je nach Region, Tarifbindung und Arbeitgeber variiert (Stand 2026).

BerufEinstiegswegDauer der QualifizierungVergütung während der UmschulungZielgehalt (brutto)
Lokführer / TriebfahrzeugführerQuereinstiegsprogramm beim Bahnunternehmen oder Umschulung per Bildungsgutschein9 bis 12,5 Monateca. 2.000 bis 2.400 Euro monatlichEinstieg ca. 38.000 bis 57.000 Euro jährlich, mit Erfahrung und Zulagen bis ca. 60.000 Euro
Fachinformatiker (IT)Zweijährige Vollzeit-Umschulung mit IHK-Abschluss24 MonateIn der Regel keine Ausbildungsvergütung, dafür Förderung per BildungsgutscheinEinstieg 2.700 bis 3.500 Euro monatlich, nach 5 bis 10 Jahren 4.500 bis 6.000 Euro
PflegefachkraftGeneralistische Pflegeausbildung als Umschulung36 Monateca. 1.100 bis 1.500 Euro monatlich, steigend nach AusbildungsjahrEinstieg 2.800 bis 3.700 Euro monatlich, mit Spezialisierung 3.600 bis 4.960 Euro
Vertrieb / SalesDirekteinstieg mit Einarbeitung on the job0 bis 6 MonateVolles Einstiegsgehalt ab dem ersten TagIm Schnitt ca. 42.000 Euro jährlich plus Provision
ImmobilienmaklerSachkundeprüfung nach § 34c GewO bei der IHK3 bis 6 Monate VorbereitungKeine, die Vorbereitung wird selbst finanziertIm Schnitt ca. 39.000 Euro jährlich, stark provisionsabhängig

Zwei Muster fallen beim Blick auf die Zahlen auf. Erstens: Je kürzer die Qualifizierung, desto stärker hängt das spätere Einkommen von variablen Anteilen ab. Vertrieb und Makler erlauben den schnellsten Einstieg, verlangen dafür aber die Bereitschaft, einen Teil des Einkommens über Provisionen zu erzielen. Zweitens: Die Berufe mit der längsten Umschulung – Pflege und IT – bieten die planbarsten Tarif- und Gehaltsstrukturen. Der Lokführer liegt mit unter einem Jahr Qualifizierungszeit und einem tariflich abgesicherten Zielgehalt genau dazwischen und gilt deshalb als einer der ausgewogensten Quereinstiege überhaupt.

Hilfreich ist außerdem eine Sortierung nach der Zeit bis zum vollen Gehalt: Vorn liegt der Vertrieb mit null bis sechs Monaten Einarbeitung, gefolgt vom Immobilienmakler mit drei bis sechs Monaten Prüfungsvorbereitung und dem Lokführer mit neun bis zwölfeinhalb Monaten Umschulung; am Ende stehen die IT mit 24 und die Pflege mit 36 Monaten. Lesen Sie diese Reihenfolge zugleich als Risikoskala: Je kürzer der Weg zum vollen Gehalt, desto weniger formal abgesichert ist der Einstieg und desto stärker hängt das spätere Einkommen von Ihrer individuellen Leistung ab.

Wichtig für die Einordnung: Die Vergütung während der Umschulung ist kein Hinweis auf das spätere Gehaltsniveau. Sie ist eine Übergangsgröße, die sich je nach Modell aus Ausbildungsvergütung, Fortzahlung von Arbeitslosengeld oder Förderzuschüssen zusammensetzt. Wie Sie diese Phase finanzieren, erklärt der Abschnitt zur Förderung weiter unten.

Infografik: Die 5 besten Quereinstiegs-Berufe im Überblick Beruf: Lokführer / Triebfahrzeugführer | Einstiegsweg: Quereinstiegsprogr...

Den passenden Quereinstieg finden: Diese Kriterien entscheiden

Die Frage „Welcher Beruf passt zu mir?“ lässt sich nicht aus einer Gehaltstabelle beantworten. Fünf Kriterien haben sich in der Praxis als tragfähiger Rahmen bewährt, um die Auswahl einzugrenzen, bevor Sie sich in Stellenanzeigen und Lehrgängen verlieren.

1. Zeitbudget für die Qualifizierung. Wie lange können und wollen Sie sich qualifizieren, bevor das volle Gehalt fließt? Drei Jahre Pflegeausbildung sind eine andere Lebensentscheidung als zehn Monate Lokführer-Programm oder sechs Wochen Vorbereitung auf die Makler-Sachkundeprüfung. Seien Sie ehrlich: Eine Umschulung, die Sie nach einem Jahr aus finanziellen oder familiären Gründen abbrechen, ist schlechter als ein kürzerer Weg, den Sie durchziehen.

2. Finanzielle Reserven für die Übergangsphase. Rechnen Sie die Differenz zwischen Ihrem jetzigen Nettoeinkommen und der Umschulungsvergütung auf die gesamte Dauer hoch. Wer als Lokführer-Azubi 2.200 Euro brutto erhält und vorher 3.500 Euro verdient hat, trägt ein Jahr lang eine spürbare Lücke. Prüfen Sie, welche Förderung diese Lücke schließt – und ob Ihr Haushalt den Rest trägt.

3. Interessen und nachweisbare Stärken. Quereinsteiger überzeugen im Bewerbungsgespräch mit übertragbaren Kompetenzen: Wer Kunden beraten hat, bringt etwas für Vertrieb und Pflege mit; wer technisch verständig ist, für IT oder Fahrberufe. Ein kostenfreier Eignungstest oder ein Praktikum vor der Umschulung verhindert teure Fehlgriffe.

4. Regionale Nachfrage. Pflegefachkräfte und Lokführer werden bundesweit gesucht, bei der Bahn oft auch an kleineren Standorten. Immobilienmakler dagegen verdienen in angespannten Märkten wie München, Hamburg oder dem Rhein-Main-Gebiet deutlich besser als in strukturschwachen Regionen. Prüfen Sie Stellenanzeigen in Ihrem Umkreis, bevor Sie sich festlegen. Eine neutrale Datenquelle dafür ist das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, das für jeden anerkannten Beruf Beschäftigtenzahlen, Verdienstspannen und die regionale Arbeitsmarktlage bündelt.

5. Arbeitsbedingungen und Belastbarkeit. Schichtdienst, Wochenendarbeit und körperliche Belastung gehören zu Pflege und Bahnbetrieb dazu; Vertrieb und Maklertätigkeit verlangen dagegen Termindruck und Akquisebereitschaft. Der Quereinstieg tauscht bekannte Belastungen gegen neue – entscheidend ist, dass Sie die neuen bewusst wählen.

Eine kurze Checkliste für die Selbstprüfung:

  • Ich kann die Umschulungsdauer finanziell und familiär durchhalten.
  • Ich kenne mein realistisches Einstiegsgehalt und das Zielgehalt nach drei bis fünf Jahren.
  • Der Zielberuf hat in meiner Region nachweisbar offene Stellen.
  • Ich habe die Zugangsvoraussetzungen (Schulabschluss, Alter, gesundheitliche Eignung) geprüft.
  • Ich weiß, welche Förderung ich vor Beginn beantragen muss.

Wer bei einem dieser Punkte ins Wanken gerät, sollte genau dort zuerst nachbessern – meist reicht ein Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit oder ein Blick in die regionalen Stellenbörsen, um aus einem diffusen Wunsch einen belastbaren Plan zu machen.

Fünf Berufe für den Quereinstieg im Detail

Die folgenden Steckbriefe zeigen für jeden Beruf den konkreten Einstiegsweg, die Dauer der Qualifizierung und den Gehaltsrahmen. Gemeinsames Prinzip aller fünf Profile: Der formale Zugang ist geregelt oder gut dokumentiert, der Arbeitsmarkt sucht Personal, und die Qualifizierung lässt sich finanzieren.

Lokführer / Triebfahrzeugführer werden

Der Einstieg über die Schiene ist derzeit einer der strukturiertesten Quereinstiege auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Deutsche Bahn und zahlreiche private Eisenbahnverkehrsunternehmen bilden Quereinsteiger in eigenen Programmen aus, alternativ führen Bildungsträger die Qualifizierung über einen Bildungsgutschein durch. Die Umschulung dauert je nach Anbieter 9 bis 12,5 Monate; moderne Formate erlauben es, etwa zwei Drittel der Theorie digital von zu Hause zu lernen und nur ein Drittel der Zeit praktisch am Ausbildungsbahnhof oder im Fahrsimulator zu verbringen.

Als formale Voraussetzungen gelten in der Regel ein Mindestalter von 20 Jahren und die gesundheitliche Eignung. Eine abgeschlossene Berufsausbildung wird bei vielen Programmen nicht verlangt – entscheidend ist der medizinisch-psychologische Eignungstest, der Sehvermögen, Hörvermögen, Reaktionsfähigkeit und Konzentrationsleistung prüft. Dieser Test ist die zentrale Hürde des Einstiegs und sollte ernst genommen werden: Wer ihn nicht besteht, kann den Beruf unabhängig von allen anderen Qualifikationen nicht ausüben.

Praktisch lässt sich die Eignung klären, bevor Sie sich binden: Ein Seh- und Hörtest beim Augen- beziehungsweise HNO-Arzt prüft die medizinischen Grundlagen vorab, und für die Reaktions- und Konzentrationstests existieren Übungsprogramme, mit denen sich die typischen Aufgabenformate trainieren lassen. Rechnen Sie außerdem den Arbeitsalltag ehrlich mit ein: Früh-, Spät- und Nachtschichten sowie Wochenend- und Feiertagsdienste sind im Fahrdienst die Regel, nicht die Ausnahme. Die tariflichen Zulagen für genau diese Lagen sind allerdings ein wesentlicher Baustein des späteren Gehalts – wer schichtdiensttauglich ist, wird dafür bezahlt.

Während der Umschulung erhalten Quereinsteiger bei Bahnprogrammen rund 2.000 bis 2.400 Euro brutto im Monat. Nach dem Abschluss beginnt das tarifliche Einstiegsgehalt je nach Unternehmen und Tarifvertrag bei etwa 38.000 bis 45.000 Euro Jahresbrutto; Stellenanzeigen großer Bahnunternehmen weisen für Triebfahrzeugführer mit Erfahrung Spannen bis rund 57.000 Euro aus. Mit Berufserfahrung sowie Schicht-, Feiertags- und Erschwerniszulagen sind 50.000 bis 60.000 Euro erreichbar.

Die Arbeitsmarktlage spricht für diesen Weg: Nach Angaben der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fehlen derzeit mehrere tausend Triebfahrzeugführer in Deutschland, und in den kommenden Jahren geht ein großer Teil der Beschäftigten in den Ruhestand. Bildungsanbieter berichten von sehr hohen Übernahmequoten ihrer Absolventen. Für Quereinsteiger, die Schichtdienst und Verantwortung im Führerstand nicht scheuen, ist das ein außergewöhnlich sicheres Paket aus kurzer Qualifizierung und planbarem Einkommen.

Fachinformatiker werden: Der Quereinstieg in die IT

Der klassische Umschulungsweg in die IT führt über eine zweijährige Vollzeit-Umschulung zum Fachinformatiker mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Dieser Abschluss gilt als gleichwertig mit der regulären dreijährigen Ausbildung – ein Punkt, der für die spätere Anerkennung beim Arbeitgeber erheblich wichtiger ist als die Frage, auf welchem Weg das Wissen erworben wurde. Zur Wahl stehen die Fachrichtungen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung.

Die Wahl der Fachrichtung verdient mehr Aufmerksamkeit, als sie meist bekommt: Anwendungsentwicklung passt zu Quereinsteigern mit Freude an Programmierung und logischem Problemlösen, Systemintegration zu technisch Interessierten mit Hang zu Netzwerken und Systembetreuung, während Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung stärker an der Schnittstelle zwischen Technik und Geschäftsprozessen angesiedelt sind. Seriöse Bildungsträger klären im Aufnahmegespräch, welche Richtung zu Ihren Stärken passt – nutzen Sie dieses Gespräch aktiv, statt die erstbeste Option zu wählen. Die meisten Umschulungen kombinieren den Unterricht am Bildungsträger zudem mit einem betrieblichen Praktikum, in dem Sie erste Praxiserfahrung sammeln und häufig bereits Ihren späteren Arbeitgeber kennenlernen.

Die Umschulung wird typischerweise vollständig über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanziert; Arbeitslosengeld beziehungsweise Bürgergeld läuft während der Maßnahme weiter. Eine Ausbildungsvergütung wie in der Pflege gibt es bei dieser Variante nicht – dafür ist die Einstiegsvergütung danach umso attraktiver.

Beim Gehalt trennen die Quellen für 2026 einheitlich zwischen Einstiegs- und Erfahrungsniveau: Zum Berufsstart liegen die Bruttogehälter bei rund 2.700 bis 3.500 Euro im Monat. Nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung sind 4.500 bis 6.000 Euro monatlich realistisch, in Spezialrollen wie IT-Sicherheit oder Cloud-Architektur auch darüber. Die Nachfrage nach IT-Fachkräften übersteigt das Angebot seit Jahren, was sich in großzügigen Einstiegskonditionen und vielen Remote-Angeboten niederschlägt.

Neben der Umschulung existieren kürzere Einstiege über Bootcamps oder Traineeprogramme, die in drei bis sechs Monaten auf Entwicklerrollen vorbereiten. Solche Zertifikate ersetzen aber keinen anerkannten Berufsabschluss; bei konzernähnlichen Arbeitgebern, im öffentlichen Dienst und bei der späteren Gehaltsentwicklung zählt der IHK-Abschluss messbar mehr. Wer es sich leisten kann, zwei Jahre zu investieren, wählt mit der Umschulung die belastbarere Variante. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wohl aber analytisches Denkvermögen und die Bereitschaft, sich über Jahre hinweg in neue Technologien einzuarbeiten – die meisten Träger prüfen das in einem Eignungstest oder Probearbeiten vor Aufnahme.

Pflegefachkraft werden

Die Pflege ist der sozialste und zugleich am klarsten reglementierte Quereinstieg in dieser Liste. Seit der Pflegeberufereform 2020 erfolgt die Ausbildung generalistisch: Pflegefachmann und Pflegefachfrau lernen die Versorgung aller Altersgruppen und können später in der Klinik, im Heim oder im ambulanten Dienst arbeiten. Als Umschulung dauert die Ausbildung drei Jahre und wechselt zwischen Theorieblöcken an der Pflegeschule und Praxiseinsätzen in kooperierenden Einrichtungen.

Die Zugangsvoraussetzungen sind gesetzlich fixiert: gefordert wird ein mittlerer Schulabschluss – oder ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer erfolgreich abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung beziehungsweise einer Ausbildung als Pflegehelfer. Hinzu kommt ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung. Der Abschluss selbst ist staatlich geregelt, die Anerkennungsfrage stellt sich hier also nicht: Mit der bestandenen Abschlussprüfung tragen Sie eine Berufsbezeichnung, die bundesweit geschützt ist.

Finanziell unterscheidet sich die Pflege wohltuend von vielen anderen Umschulungen: Sie erhalten von Anfang an eine Ausbildungsvergütung, die tariflich je nach Träger und Region bei rund 1.100 bis 1.500 Euro brutto monatlich liegt und mit dem Ausbildungsjahr steigt. Je nach Förderkonstellation können darüber hinaus Zuschüsse fließen, etwa wenn ein Arbeitgeber die Zweitausbildung mit Unterstützung der Agentur für Arbeit durchführt.

Nach dem Abschluss steigen Pflegefachkräfte je nach Tarif und Träger mit 2.800 bis 3.700 Euro brutto monatlich ein. Mit Berufserfahrung, Fachweiterbildung – etwa für Intensivpflege, Anästhesie oder Praxisanleitung – und Schichtzulagen wächst das Gehalt auf 3.600 bis 4.960 Euro. Angesichts der demografischen Entwicklung ist die Nachfrage auf Jahrzehnte gesichert; Pflegefachkräfte gehören zu den am stärksten gesuchten Berufsgruppen Deutschlands. Wer körperliche und emotionale Belastbarkeit mitbringt und einen Beruf mit unmittelbarem gesellschaftlichem Nutzen sucht, findet im Berufsfeld Pflege die krisenfesteste Option der fünf Profile.

Zwei praktische Hinweise runden das Bild ab. Erstens: Wer bereits eine Ausbildung als Pflegehelfer abgeschlossen hat, kann sich diese in der Regel anrechnen lassen und verkürzt die Umschulung um bis zu ein Jahr. Zweitens lohnt der Blick über den Abschluss hinaus: Fachweiterbildungen – etwa für Intensiv- und Anästhesiepflege oder zur Praxisanleitung – laufen berufsbegleitend üblicherweise über zwei Jahre und sind der wichtigste Hebel, um vom Einstiegsgehalt in die genannten 3.600 bis 4.960 Euro zu wachsen; auch ein pflegewissenschaftliches Studium steht mit dem Abschluss offen.

Vertrieb und Sales als Quereinstieg

Der Vertrieb ist der schnellste Weg in dieser Liste: Es gibt keinen vorgeschriebenen Abschluss, keine Umschulung im engeren Sinn und keine Wartezeit. Der Einstieg erfolgt direkt in Positionen wie Sales Development Representative, Kundenberater im Innendienst oder Account Manager mit einer Einarbeitungszeit von null bis sechs Monaten, in der Sie Produktwissen und Gesprächsführung on the job lernen. Vom ersten Tag an verdienen Sie das volle Einstiegsgehalt.

Dieses liegt laut aktuellen Rankings aus dem Jahr 2026 im Schnitt bei rund 42.000 Euro brutto im Jahr, wobei ein erheblicher Teil des späteren Einkommens über Provisionen und Boni fließt. In techniknahen Branchen mit erklärungsbedürftigen Produkten sind Einstiegsfixa auch über diesem Durchschnitt üblich, während einfache Verkaufsrollen mit hohem variablen Anteil deutlich darunter starten können. Die Spannbreite ist der Preis der Zugangsoffenheit: Der Vertrieb belohnt Leistung direkt und bestraft sie ebenso direkt.

Praktisch wichtig sind drei Hinweise. Erstens gelingt der Wechsel häufig am leichtesten über die Branche: Wer zehn Jahre im Handwerk gearbeitet hat, verkauft Werkzeuge oder Bauteile glaubwürdiger als jede Hochglanzbewerbung – Branchenwissen ist im Vertrieb bares Geld. Zweitens sollten Sie Stellen mit reiner Provisionsvergütung ohne ausreichendes Fixum kritisch prüfen; seriöse Arbeitgeber sichern die Anlaufphase finanziell ab. Drittens eignet sich der Vertrieb als Testfeld: Wer nach einem Jahr merkt, dass Abschlussdruck nichts für ihn ist, hat wenig Zeit investiert und im Gegenzug wertvolle Kunden- und Verhandlungserfahrung gesammelt, die in fast jedem Beruf zählt.

Für die längerfristige Planung lohnt der Blick auf die typischen Karriereschritte: Vom Einstieg, etwa als Sales Development Representative, führt der Weg über die eigenverantwortliche Betreuung eines eigenen Kundenstamms bis zu Rollen wie Key Account Manager oder Vertriebsleitung, in denen Fixum und Bonus spürbar über dem Einstiegsniveau liegen. Wer diese Entwicklung anstrebt, sollte schon im Bewerbungsgespräch fragen, wie der Arbeitgeber Einarbeitung, Coaching und Aufstiegswege gestaltet – die Antwort trennt seriöse Vertriebsorganisationen von reiner Kaltakquise-Maschinerie.

Immobilienmakler werden

Beim Immobilienmakler gilt häufig der Satz „keine Ausbildung nötig“ – das stimmt nur halb. Zwar ist der Berufszugang nicht an einen Berufsabschluss gebunden, faktisch ist aber die Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung der zentrale formale Fixpunkt: Wer Maklerverträge schließen will, braucht diese behördliche Erlaubnis, und in der Praxis gilt die Sachkundeprüfung vor der IHK als Nachweis der nötigen Kenntnisse in Recht, Bewertung und Vermittlung. Die Vorbereitung auf die Prüfung dauert je nach Vorkenntnissen drei bis sechs Monate und lässt sich berufsbegleitend über Lehrgänge absolvieren. Die gesetzliche Regelung des § 34c GewO listet zudem persönliche Voraussetzungen wie Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse. Analog gilt für die Versicherungsvermittlung übrigens § 34d GewO – ein ähnlich strukturierter Quereinstieg mit eigener Sachkundeprüfung.

Verdient wird im Schnitt rund 39.000 Euro brutto im Jahr zum Einstieg, wobei diese Zahl die Realität nur unzureichend abbildet: Das Einkommen eines Maklers hängt maßgeblich an der Provision, die bei Verkäufen üblicherweise in Prozent des Kaufpreises bemessen wird. In einer Festanstellung mit Fixum plus Provision ist das erste Jahr planbar; als selbstständiger Makler schwankt das Einkommen mit dem regionalen Markt erheblich.

Praktisch relevant ist außerdem die Unterscheidung zwischen Anstellung und Selbstständigkeit: Als angestellter Makler arbeiten Sie unter der Erlaubnis Ihres Arbeitgebers und verdienen planbar über Fixum plus Provision; als selbstständiger Makler beantragen Sie die Erlaubnis nach § 34c selbst, melden ein Gewerbe an und tragen das volle Marktrisiko – bei entsprechend höherem Ertragspotenzial. Viele Quereinsteiger starten deshalb zunächst in Festanstellung, sammeln Transaktionserfahrung und Kontakte und wechseln erst später in die Selbstständigkeit.

Damit eignet sich dieser Quereinstieg vor allem für Wechsler mit Vertriebstalent, regionalem Netzwerk und der Bereitschaft, sich Wissen über Immobilienbewertung, Energieausweise und Kaufvertragsabwicklung anzueignen. Die Hürde des Einstiegs ist niedrig, die Hürde des dauerhaften Erfolgs nicht: Wer in einem Markt mit geringer Transaktionszahl startet, sollte finanzielle Reserven für die Anlaufphase einplanen.

Lokführer im Führerstand eines Zuges als Beispiel für einen Quereinstiegsberuf
Bild von Kecko

Umschulung finanzieren: Diese Förderungen gibt es

Die größte Sorge beim Quereinstieg ist selten die Prüfung, sondern die Haushaltsrechnung während der Qualifizierung. Deutschland hat dafür ein differenziertes Förderinstrumentarium – vier Programme decken die typischen Lebenslagen ab. Entscheidend ist ein Grundsatz: Förderungen müssen in der Regel vor Beginn der Maßnahme beantragt werden; wer sich bereits eingeschrieben hat, verschenkt Ansprüche.

Die folgende Übersicht ordnet die vier Instrumente nach Zielgruppe und Kernleistung – Details zu jedem Programm folgen danach:

FörderinstrumentZielgruppeKernleistungAntrag bei
BildungsgutscheinArbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte, unter Bedingungen auch BeschäftigteÜbernahme der Lehrgangskosten, ergänzend je nach Konstellation Fahrtkosten, Unterkunft und KinderbetreuungAgentur für Arbeit / Jobcenter
Qualifizierungsgeld (§ 82a SGB III)Beschäftigte, deren Arbeitsplatz vom strukturellen Wandel betroffen istZuschuss der Agentur für Arbeit zum Arbeitsentgelt während der Weiterbildung, Abwicklung über den ArbeitgeberAgentur für Arbeit (über den Arbeitgeber)
WeiterbildungsprämieAbsolventen geförderter beruflicher Weiterbildungen1.000 Euro nach bestandener Zwischenprüfung, 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung, steuerfreiAgentur für Arbeit / Jobcenter
Aufstiegs-BAföGTeilnehmer an Aufstiegsfortbildungen (Meister, Fachwirt und vergleichbare Abschlüsse)Bis zu 50 Prozent Zuschuss auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Rest als zinsgünstiges Darlehen, bei Vollzeit ggf. UnterhaltszuschussZuständiges Landesamt für Ausbildungsförderung

Bildungsgutschein. Das bekannteste Instrument ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit beziehungsweise des Jobcenters. Er richtet sich an Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und unter bestimmten Bedingungen auch an Beschäftigte und deckt die Kosten der Umschulung – Lehrgangsgebühren, dazu je nach Konstellation Fahrtkosten, Unterkunft und Kinderbetreuung. Arbeitslosengeld oder Bürgergeld wird während der Maßnahme weitergezahlt, sodass ein Grundstock an Einkommen gesichert ist. Die Bewilligung liegt im Ermessen der Agentur; ein Beratungstermin vorab ist Pflicht und erhöht die Erfolgschancen. Details stellt die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Seite zum Bildungsgutschein bereit.

Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III. Für Beschäftigte ist das Qualifizierungsgeld die wichtigste Option: Wenn Ihr Arbeitsplatz durch strukturellen Wandel wegfällt oder Ihr Betrieb Sie für einen Engpassberuf weiterqualifizieren will, zahlt der Arbeitgeber während der Weiterbildung eine Vergütung und erhält dafür einen Zuschuss der Agentur für Arbeit. Der große Vorteil: Sie bleiben sozialversicherungspflichtig beschäftigt und wechseln nach der Qualifizierung nahtlos in die neue Rolle. Die gesetzliche Grundlage finden Sie im Wortlaut des § 82a SGB III.

Weiterbildungsprämie. Wer eine geförderte berufliche Weiterbildung mit einem anerkannten Abschluss durchläuft, erhält auf Antrag eine Geldprämie: 1.000 Euro nach bestandener Zwischenprüfung und weitere 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung – insgesamt bis zu 2.500 Euro. Die Prämie ist steuerfrei und kommt zusätzlich zu anderen Leistungen; sie belohnt also das Durchhalten.

Aufstiegs-BAföG. Für Aufstiegsfortbildungen mit Meister-, Fachwirt- oder vergleichbarem Abschluss greift das Aufstiegs-BAföG: Bis zu 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gibt es als Zuschuss, den Rest als zinsgünstiges Darlehen, von dem bei bestandener Prüfung ein Anteil erlassen wird. Bei Vollzeitmaßnahmen kommt einkommensabhängig ein Unterhaltszuschuss hinzu. Informationen und Antragswege bündelt das Portal www.aufstiegs-bafoeg.de.

In der Praxis lassen sich die Instrumente kombinieren: Eine per Bildungsgutschein finanzierte Umschulung kann mit der Weiterbildungsprämie enden, und wer im Betrieb umgeschult wird, profitiert über das Qualifizierungsgeld von einem nahezu unveränderten Gehalt. Lassen Sie sich die für Ihre Konstellation passende Kombination schriftlich bestätigen, bevor Sie kündigen oder einen Vertrag unterschreiben.

Typische Hürden beim Quereinstieg – und wie Sie sie nehmen

Die meisten gescheiterten Quereinstiege scheitern nicht an mangelnder Fähigkeit, sondern an einer von vier vorhersehbaren Hürden. Alle vier lassen sich in der Planungsphase entschärfen.

Gehaltseinbußen in der Übergangsphase. Die empfindlichste Hürde ist die Differenz zwischen bisherigem Gehalt und Umschulungsvergütung. Wer von 3.200 Euro netto auf eine Pflege-Ausbildungsvergütung im unteren tariflichen Bereich wechselt, muss diese Lücke über Rücklagen, einen Nebenjob in den ferienfreien Zeiten oder die Kombination mehrerer Förderprogramme schließen. Rechnen Sie die Übergangsphase vollständig durch – Monat für Monat, inklusive Fixkosten – und entscheiden Sie erst dann. Der Blick auf das Zielgehalt hilft dabei, die Durststrecke einzuordnen: Nach dem Abschluss liegt das Pflege-Einstiegsgehalt bei 2.800 Euro brutto und mehr, der Verzicht ist also zeitlich klar begrenzt.

Anerkennung des Abschlusses. Bei reglementierten Berufen wie der Pflege ist die Anerkennung gesetzlich gelöst – mit dem staatlichen Abschluss ist die Sache erledigt. Anders sieht es in Feldern mit freiem Zugang aus: Ein IT-Bootcamp-Zertifikat ist kein Berufsabschluss, und manche Arbeitgeber – vor allem Konzerne und der öffentliche Dienst – bewerten ihn entsprechend. Wer in solche Felder will, sollte auf anerkannte Abschlüsse setzen: Die IHK-Umschulung zum Fachinformatiker gilt als gleichwertig zur regulären Ausbildung, und die Sachkundeprüfung nach § 34c GewO ist beim Makler der anerkannte Standard. Fragen Sie im Zweifel bei der zuständigen Kammer nach, welcher Nachweis in Ihrer Zielbranche zählt.

Eignungstests und Zugangsvoraussetzungen. Quereinstiege mit staatlich geregelten Tauglichkeitsanforderungen – der medizinisch-psychologische Test beim Lokführer ist das prominenteste Beispiel – lassen sich nicht durch Fleiß allein nehmen. Prüfen Sie diese Anforderungen als Erstes, bevor Sie Geld und Monate investieren. Viele Anbieter ermöglichen verbindliche Vorabtests; bei der Bahn steht die Tauglichkeitsuntersuchung ohnehin am Anfang des Prozesses.

Doppelbelastung bei berufsbegleitender Qualifizierung. Wer die Umschulung neben dem Beruf absolviert, um das Gehalt zu sichern, zahlt mit Abenden, Wochenenden und einer deutlich längeren Gesamtdauer. Das funktioniert bei kompakten Qualifizierungen wie der Makler-Sachkunde gut, bei einer dreijährigen Pflegeausbildung kaum. Wählen Sie das Modell, das zu Ihrer Belastungsgrenze passt – eine abgebrochene Vollzeit-Umschulung ist keine Schande, aber eine vermeidbare.

Hinzu kommt eine weiche Hürde im Bewerbungsprozess selbst: Quereinsteiger müssen ihren Lebenslauf übersetzen. Formulieren Sie übertragbare Kompetenzen konkret – „zehn Jahre Kundenberatung“ statt „branchenfremd“ – und erklären Sie den Wechsel – ebenso wie etwaige Lücken im Lebenslauf – im Anschreiben in zwei Sätzen als bewusste Entscheidung mit Plan. Arbeitgeber, die Quereinstiegsprogramme ausschreiben, erwarten keinen linearen Werdegang; sie erwarten Klarheit darüber, warum dieser Beruf und warum jetzt.

Umschulung: Welche Berufe eignen sich für Quereinsteiger?

Die fünf vorgestellten Profile decken die besonders gut dokumentierten Wege ab, doch das Feld der Umschulungs-Berufe ist größer. Als Faustregel gilt: Eine Umschulung lohnt sich dort, wo drei Bedingungen zusammenkommen – struktureller Personalbedarf, ein klar geregelter Qualifizierungsweg und eine Vergütung oder Förderung, die die Übergangsphase trägt.

Nach diesen Kriterien gehören neben den Kernberufen weitere Felder zu den klassischen Umschulungsberufen. Im Handwerk und in der Technik führen Umschulungen zum Elektroniker, Anlagenmechaniker oder Mechatroniker in Branchen mit akutem Fachkräftemangel; die Vergütung während der Umschulung ist hier oft betrieblich geregelt. In der Logistik sind Fachkräfte für Lagerlogistik und Berufskraftfahrer gefragt – der Weg über den Lkw- oder Busführerschein gehört zu den kürzesten Umschulungen überhaupt und wird von vielen Speditionen direkt finanziert. Auch kaufmännische Umschulungen – etwa zum Kaufmann für Büromanagement – bleiben ein solider Weg mit klar geregelter Abschlussstruktur und bundesweitem Stellenmarkt. Das Projektmanagement wiederum ist ein Feld, in dem Quereinsteiger mit Branchenerfahrung und ergänzenden Zertifikaten punkten; hier zählt weniger der formale Abschluss als nachweisbare Projekterfahrung. Und auch im öffentlichen Dienst – von der Bundesagentur für Arbeit selbst bis zu Kommunalverwaltungen – gibt es Direkt- und Quereinstiege mit strukturierter Einarbeitung, die kaum in Ratgebern auftauchen, aber planbare Karrieren ermöglichen.

Was Sie bei der Auswahl jenseits der großen Fünf beachten sollten: Prüfen Sie für jeden Kandidaten dieselben Fragen wie in diesem Ratgeber – Dauer, Vergütung während der Qualifizierung, Zielgehalt, regionale Nachfrage und Anerkennung des Abschlusses. Ein Beruf, der in diesen fünf Punkten solide Antworten liefert, ist ein solider Umschulungsberuf, unabhängig davon, ob er auf einer Bestenliste steht.

Elektroniker bei der praktischen Umschulung in einer Werkstatt
Bild von talexey

FAQ zu Quereinsteiger-Jobs

Welche Berufe eignen sich besonders für Quereinsteiger?

Besonders geeignet sind Berufe, in denen Personal gesucht wird und der Einstieg klar geregelt ist: Lokführer und andere Fahrberufe mit kurzen, bezahlten Umschulungsprogrammen; die IT über eine zweijährige IHK-Umschulung zum Fachinformatiker; die Pflege über die generalistische Ausbildung mit Vergütung ab dem ersten Monat; dazu zugangsoffene Felder wie Vertrieb und Immobilienmakler, bei denen kein Berufsabschluss vorgeschrieben ist. Entscheidend ist weniger der Beruf selbst als die Kombination aus Einstiegsweg, Übergangsfinanzierung und regionalem Bedarf – mit diesen drei Filtern finden Sie auch über die genannten Beispiele hinaus passende Kandidaten.

Wie viel verdient man als Quereinsteiger?

Das hängt entscheidend von der Phase ab. Während der Umschulung liegt das Einkommen zwischen null Euro bei rein selbstfinanzierten Wegen – abgefedert durch Förderung – und rund 2.400 Euro brutto monatlich bei bezahlten Programmen wie dem Lokführer-Quereinstieg; in der Pflege sind es etwa 1.100 bis 1.500 Euro Ausbildungsvergütung. Nach dem Abschluss reichen die Einstiegsgehälter der hier vorgestellten Berufe von durchschnittlich 39.000 Euro jährlich beim Immobilienmakler über rund 42.000 Euro im Vertrieb bis zu 45.000 bis 57.000 Euro beim Lokführer; Fachinformatiker starten mit 2.700 bis 3.500 Euro monatlich und erreichen nach einigen Jahren 4.500 bis 6.000 Euro. Aktuelle Branchenauswertungen bestätigen zudem, dass die Einstiegsgehälter in der Ausbildung 2026 den wirtschaftlichen Wandel widerspiegeln. Seriöse Angebote weisen beide Zahlen getrennt aus – Vorsicht bei Versprechen, die nur mit dem späteren Spitzengehalt werben.

Welche Umschulung lohnt sich für einen Quereinstieg?

Die Antwort hängt von Ihrem Zeitbudget und Ihrer Risikobereitschaft ab. Wer schnell wechseln will, fährt mit der Lokführer-Umschulung von unter einem Jahr und tariflich abgesichertem Zielgehalt am besten. Wer zwei Jahre investieren kann, erhält mit der Fachinformatiker-Umschulung den höchsten langfristigen Gehaltskorridor. Wer Sicherheit und Sinn sucht und drei Jahre mitbringt, wählt die Pflege – mit Vergütung von Anfang an und gesichertem Abschluss. Als Faustregel gilt: Eine Umschulung lohnt sich, wenn Zielgehalt und Nachfrage die Einbußen der Übergangsphase innerhalb weniger Berufsjahre ausgleichen – bei allen drei genannten Wegen ist das rechnerisch der Fall.

Wird eine Umschulung gefördert?

Ja, in vielen Fällen sogar vollständig. Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte erhalten über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit beziehungsweise des Jobcenters die Übernahme der Lehrgangskosten plus Fortzahlung ihrer Leistungen. Beschäftigte profitieren über ihren Betrieb vom Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III. Für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen gibt es die Weiterbildungsprämie von bis zu 2.500 Euro, und Aufstiegsfortbildungen werden über das Aufstiegs-BAföG mit Zuschüssen und Darlehen gefördert. Wichtig ist die Reihenfolge: Beratung und Antrag vor Beginn der Maßnahme – nachträglich wird nichts bewilligt.

Ab welchem Alter ist ein Quereinstieg noch möglich?

Es gibt kein gesetzliches Höchstalter für Quereinstieg oder Umschulung. Die einzigen Altersgrenzen stehen in den Zugangsregeln einzelner Berufe – beim Lokführer etwa das Mindestalter von 20 Jahren; nach oben entscheidet allein die gesundheitliche Eignung. Umschulungen mit 40 oder 50 Jahren sind in der Praxis üblich, und viele Programme richten sich gezielt an Berufserfahrene. Als Rechengröße dient die verbleibende Arbeitszeit: Eine zweijährige Umschulung mit 52 lohnt sich bei fünfzehn verbleibenden Berufsjahren fast immer, eine dreijährige Ausbildung mit 62 eher nicht. Rechnen Sie ehrlich – und lassen Sie sich von der Agentur für Arbeit bestätigen, welche Förderung in Ihrem Alter und Ihrer Lebenslage greift.