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Weiterbildung

Bewerbung für ein Praktikum: Anschreiben-Muster, Lebenslauf und Tipps für Studierende

Berufswelt Journal Redaktion
Frau arbeitet mit Laptop im Freien an Finanzunterlagen mit Diagrammen und Grafiken
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Eine überzeugende Bewerbung für ein Praktikum besteht im Kern aus einem individuellen Anschreiben und einem Lebenslauf, der deine Studieninhalte und Projekterfahrungen sichtbar macht – lange Texte oder ausgefallenes Design sind dafür nicht nötig. Ob Pflichtpraktikum laut Studienordnung, freiwilliges Praktikum neben dem Studium oder Praxissemester im Rahmen deines Bachelor- oder Masterstudiengangs: Unternehmen erwarten ein Anschreiben, das konkret auf ihre Branche und die ausgeschriebene Stelle eingeht, sowie einen Lebenslauf, der auch mit wenig Berufspraxis überzeugt. Dieser Artikel zeigt dir eine direkt nutzbare Muster-Struktur für Anschreiben und Lebenslauf, ordnet die Vergütungsfrage rechtlich korrekt ein und benennt die Fehler, die Personalverantwortliche am häufigsten aussortieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Anschreiben braucht einen konkreten Bezug zu deinen Studieninhalten und Projekten – ein Massenanschreiben ohne Unternehmensbezug fällt sofort auf.
  • Im Lebenslauf gleichst du fehlende Berufspraxis durch Studienschwerpunkte, Praxisprojekte, Nebentätigkeiten und Soft Skills aus.
  • Ein Pflichtpraktikum aufgrund deiner Studien- oder Prüfungsordnung ist unabhängig von der Dauer von der Mindestlohnpflicht ausgenommen (§ 22 Mindestlohngesetz).
  • Ein freiwilliges Praktikum ist nur bis zu einer Dauer von drei Monaten von der Mindestlohnpflicht befreit; wird diese Grenze überschritten, entsteht der Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn rückwirkend ab dem ersten Tag des Praktikums.
  • Kläre Zeitraum, Praktikumsnachweis und Bescheinigung frühzeitig mit deiner Hochschule und dem Unternehmen, idealerweise schon im Anschreiben oder im Erstgespräch.

Was gehört in eine Bewerbung für ein Praktikum?

Eine vollständige Bewerbungsmappe für ein Praktikum besteht in der Regel aus Anschreiben, Lebenslauf und ergänzenden Nachweisen. Dazu zählen bei Studierenden meist eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung, ein Notenspiegel oder Transcript of Records sowie – bei einem Pflichtpraktikum – ein Formular oder Vermerk deiner Hochschule, der die Praktikumspflicht bestätigt. Ein Deckblatt für die Bewerbung ist optional und wird von vielen Unternehmen nicht mehr erwartet, schadet aber auch nicht, wenn es sauber gestaltet ist.

Für die inhaltliche Ausrichtung deiner Bewerbung macht es einen Unterschied, um welche Art von Praktikum es sich handelt. Ein Pflichtpraktikum ist in deiner Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben und meist an feste Zeiträume oder Mindestdauern gebunden. Ein freiwilliges Praktikum absolvierst du zusätzlich, etwa um vor dem Berufseinstieg praktische Erfahrung zu sammeln oder ein bestimmtes Unternehmen kennenzulernen. Ein Praxissemester ist eine besondere Form des Pflichtpraktikums, die in vielen praxisorientierten Studiengängen fest im Studienverlaufsplan verankert ist und meist mehrere Monate am Stück dauert. Die konkreten Unterschiede bei Dauer, Vergütung und Nachweis zeigt die folgende Übersicht.

Wenn du bereits ein anderes Praktikum, eine Ausbildung oder eine relevante Nebentätigkeit abgeschlossen hast, kannst du ein Arbeitszeugnis oder eine Praktikumsbescheinigung als zusätzliche Anlage beifügen – Pflicht ist das jedoch nicht, und bei fehlender Berufserfahrung reichen Anschreiben und Lebenslauf oft aus. Sende deine Bewerbung digital möglichst als ein einziges PDF-Dokument mit aussagekräftigem Dateinamen, zum Beispiel Nachname_Vorname_Bewerbung_Praktikum.pdf, da getrennte Dateien in E-Mail-Anhängen häufiger übersehen oder falsch zugeordnet werden. Achte zudem darauf, dass die Dateigröße unter den üblichen Uploadgrenzen von Bewerbungsportalen bleibt; diese liegen in der Praxis häufig im niedrigen bis mittleren Megabyte-Bereich, sodass sich eine schlanke PDF-Datei ohne unnötig große Bilddateien empfiehlt.

Pflichtpraktikum, freiwilliges Praktikum, Praxissemester im Vergleich

Die Vergütungsfrage sorgt bei Studierenden regelmäßig für Unsicherheit, weil sie stark davon abhängt, welche Art von Praktikum vorliegt. Grundlage ist § 22 Mindestlohngesetz (MiLoG), der Praktikanten grundsätzlich wie Arbeitnehmer behandelt, aber klare Ausnahmen für Pflichtpraktika definiert. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.

PraktikumsartTypische DauerVergütungspflicht nach § 22 MiLoGNachweis-Erfordernis
Pflichtpraktikum (laut Studien- oder Prüfungsordnung)Variiert nach Studiengang, oft mehrere Wochen bis MonateUnabhängig von der Dauer von der Mindestlohnpflicht ausgenommenBestätigung der Hochschule über die Praktikumspflicht, oft mit vorgegebenem Formular
Freiwilliges Praktikum (ohne Verpflichtung durch die Studienordnung)Frei wählbar, häufig einige Wochen bis mehrere MonateNur bis zu einer Dauer von drei Monaten mindestlohnfrei; wird diese Grenze überschritten, gilt der Mindestlohnanspruch rückwirkend ab dem ersten TagKein hochschulseitiger Nachweis nötig, Praktikumsvertrag mit dem Unternehmen empfehlenswert
Praxissemester (besondere Form des Pflichtpraktikums)Meist ein volles Semester, häufig 3 bis 6 MonateWie Pflichtpraktikum unabhängig von der Dauer von der Mindestlohnpflicht ausgenommen, sofern in der Studienordnung verankertFormaler Nachweis der Hochschule, oft zusätzlich Praktikumsbericht oder Praxisphasen-Vereinbarung

Wichtig für die Bewerbung: Wenn du dich um ein Pflichtpraktikum oder Praxissemester bewirbst, lohnt es sich, im Anschreiben kurz zu erwähnen, dass es sich um ein laut Studienordnung vorgeschriebenes Praktikum handelt. Das erklärt dem Unternehmen sofort den rechtlichen Rahmen und vermeidet Rückfragen zur Vergütung.

Bei einem Praxissemester kommt neben dem Nachweis für das Prüfungsamt häufig ein weiterer Baustein hinzu: die Anrechnung von ECTS-Punkten. Kläre vor der Bewerbung, ob und wie viele Leistungspunkte dein Fachbereich für das Praxissemester vergibt und ob dafür ein Praktikumsbericht oder eine Präsentation im Anschluss verlangt wird. Diese Angaben kannst du bei Bedarf auch im Anschreiben kurz erwähnen, wenn das Unternehmen üblicherweise mit Praxissemestern arbeitet und entsprechende Unterlagen bereits kennt.

Anschreiben für die Praktikumsbewerbung: Aufbau und Muster

Das Anschreiben ist der Kern deiner Bewerbung für ein Praktikum. Es soll auf einer Seite zeigen, warum du zum Unternehmen passt, welche Studieninhalte und Projekte du mitbringst und welches Lernziel du mit dem Praktikum verfolgst. Die folgende Struktur eignet sich als Gliederung, die du mit eigenen Inhalten füllst.

BausteinZweckBeispielformulierung
Absender und EmpfängerFormale Zuordnung, korrekte Ansprechperson statt "Sehr geehrte Damen und Herren"Recherchiere den Namen der zuständigen Person in der Stellenanzeige, auf der Karriereseite oder über LinkedIn und sprich die Person namentlich an.
BetreffzeileKlarer Bezug zur Stelle, Nennung des gewünschten Zeitraums"Bewerbung um ein Pflichtpraktikum im Bereich Marketing vom 1. März bis 31. Mai 2026"
EinstiegKonkreter Aufhänger statt Floskel, direkter Bezug zum Unternehmen"Ihre Projekte im Bereich nachhaltiger Verpackungslösungen habe ich in meinem Studienprojekt zur Kreislaufwirtschaft mit großem Interesse verfolgt. Für mein Pflichtpraktikum im fünften Semester möchte ich genau in diesem Themenfeld praktische Erfahrung sammeln."
Bezug zu Studieninhalten und ProjekterfahrungFachliche Eignung belegen, Studieninhalte mit Praxisrelevanz verknüpfenSiehe Beispiele im folgenden Abschnitt
Motivation und LernzieleZeigen, warum genau dieses Unternehmen und was du lernen willstSiehe Beispiele im folgenden Abschnitt
Zeitraum und organisatorische AngabenKlarheit über Verfügbarkeit, Praktikumsart und gegebenenfalls Vergütungsfrage"Das Praktikum ist laut Prüfungsordnung meines Studiengangs für einen Zeitraum von zwölf Wochen vorgeschrieben. Über den Umfang einer Vergütung würde ich mich freuen, im persönlichen Gespräch mehr zu erfahren."
SchlussformelHandlungsaufforderung, freundlicher Abschluss ohne Floskelüberladung"Gerne stelle ich Ihnen meine Erfahrungen in einem persönlichen Gespräch vor. Über eine Rückmeldung freue ich mich."

Die richtige Ansprechperson findest du meist in der Stellenanzeige selbst, alternativ auf der Karriereseite des Unternehmens, im Impressum oder über ein kurzes Profil auf LinkedIn beziehungsweise Xing. Steht dort nur eine allgemeine Personalabteilung, lohnt sich ein kurzer Anruf, um Namen und korrekte Schreibweise zu erfragen – das zeigt Eigeninitiative und verhindert peinliche Tippfehler im Anschreiben.

Ein Anschreiben für ein Praktikum sollte eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Kürzer als eine halbe Seite wirkt oft zu dünn, deutlich länger als eine Seite liest in der Praxis kaum jemand vollständig. Vermeide es, das Anschreiben als bloße Wiederholung des Lebenslaufs zu schreiben – es soll erklären, warum du dich bewirbst, nicht auflisten, was ohnehin im Lebenslauf steht.

Studentin schreibt ein Anschreiben für die Praktikumsbewerbung am Schreibtisch mit Laptop und Notizen
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Bezug zu Studieninhalten und Projekterfahrung konkret formulieren

Personalverantwortliche erkennen sofort, ob ein Anschreiben austauschbar ist oder tatsächlich zur Stelle passt. Nenne konkrete Module, Seminare, Abschlussarbeiten oder studentische Projekte, die zur ausgeschriebenen Praktikumsstelle passen, statt allgemein "praxisorientiertes Studium" zu schreiben. Ein Beispiel: "Im Rahmen meines Bachelorstudiums der Betriebswirtschaftslehre habe ich mich im Wahlpflichtmodul Digitales Marketing intensiv mit Suchmaschinenoptimierung auseinandergesetzt und in einem studentischen Projekt eine Content-Strategie für ein regionales Unternehmen entwickelt." Ein zweites Beispiel für technische Studiengänge: "In meinem Studienprojekt zur Konstruktion eines automatisierten Prüfstands habe ich CAD-Software praktisch angewendet und Ergebnisse im Team dokumentiert." Solche Sätze zeigen konkrete Fähigkeiten statt bloßer Behauptungen. Verzichte auf pauschale Aussagen wie "ich interessiere mich für alles rund um Ihre Branche" und nenne stattdessen ein bis zwei Studieninhalte, die direkt zur Stellenbeschreibung passen.

Auch für geistes- oder sozialwissenschaftliche Studiengänge lässt sich ein konkreter Bezug herstellen, zum Beispiel: "In meinem Seminar zur qualitativen Sozialforschung habe ich eigenständig Interviews ausgewertet und die Ergebnisse in einer Hausarbeit zu Nutzerverhalten im Online-Handel zusammengefasst." Wichtig ist dabei immer, die Methode oder das Fachwissen so zu benennen, dass ein Bezug zur ausgeschriebenen Stelle erkennbar wird, statt nur den Studiengang allgemein zu nennen.

Motivation und Lernziele im Anschreiben zeigen

Neben der fachlichen Eignung wollen Unternehmen wissen, was du aus dem Praktikum mitnehmen möchtest und warum ausgerechnet ihr Unternehmen dafür infrage kommt. Vage Formulierungen wie "ich möchte Praxiserfahrung sammeln" reichen nicht aus, weil das für jedes Unternehmen gelten würde. Konkreter wird es mit Sätzen wie: "Da Ihr Unternehmen im Bereich datengestützter Personalentwicklung eine Vorreiterrolle einnimmt, möchte ich im Praktikum lernen, wie HR-Analytics-Tools in der Praxis eingesetzt werden, um Weiterbildungsbedarfe zu ermitteln." Oder: "Mein Ziel für das Praxissemester ist es, Projektmanagement-Methoden aus dem Studium erstmals in einem realen Kundenprojekt anzuwenden und dabei zu erleben, wie Teams unter Zeitdruck priorisieren." Solche Lernziele beziehen sich immer auf zwei Dinge gleichzeitig: eine Fähigkeit oder Methode aus deinem Studium und einen konkreten Aspekt der Arbeit im Unternehmen. Das unterscheidet ein individuelles Anschreiben von einer Vorlage, die an dutzende Unternehmen verschickt wurde.

Um ein Unternehmen konkret genug zu benennen, hilft ein Blick auf aktuelle Projekte, Pressemitteilungen oder den Unternehmensblog. Schon ein einziges aktuelles Detail, etwa ein neu gestartetes Produkt oder eine bestimmte Abteilung, reicht aus, um dem Anschreiben eine individuelle Note zu geben, statt allgemeine Aussagen über die Branche zu treffen. Vermeide dabei Superlative ohne Substanz wie "Marktführer" oder "innovativstes Unternehmen", wenn du sie nicht mit einem konkreten Beispiel belegen kannst.

Infografik: Anschreiben für die Praktikumsbewerbung: Aufbau und Muster Baustein: Absender und Empfänger | Zweck: Formale Zuordnung,...

Lebenslauf für die Praktikumsbewerbung ohne viel Berufserfahrung

Bei wenig oder keiner Berufserfahrung verschiebt sich das Gewicht im Lebenslauf zu Studieninhalten, praktischen Projekten und Zusatzqualifikationen. Eine bewährte Reihenfolge für Studierende sieht so aus:

  • Persönliche Daten: Name, Kontaktdaten, optional ein Bewerbungsfoto; ein Geburtsdatum ist inzwischen nicht mehr zwingend erforderlich.
  • Ausbildung: Aktuelles Studium mit Hochschule, Studiengang, Semesterzahl und – sofern hilfreich – thematischem Schwerpunkt oder angestrebter Vertiefung; danach die Schulausbildung mit Abschluss.
  • Praktische Erfahrung: Bisherige Praktika, Werkstudententätigkeiten, relevante Projektarbeiten aus dem Studium und, falls einschlägig, ein bereits absolviertes Praxissemester.
  • Studienprojekte und Abschlussarbeiten: Konkrete Projekte mit kurzer Beschreibung von Aufgabe und eingesetzten Methoden, besonders wichtig, wenn klassische Berufserfahrung fehlt.
  • Nebentätigkeiten und Ehrenamt: Auch fachfremde Jobs zeigen Zuverlässigkeit und Soft Skills wie Teamarbeit oder Kundenkontakt; ehrenamtliches Engagement wirkt bei vielen Unternehmen positiv.
  • Sprachen und IT-Kenntnisse: Konkrete Angaben zum Niveau statt pauschaler Aussagen wie "gute Englischkenntnisse", etwa mit Bezug auf das Gemeinsame Europäische Referenzniveau oder konkrete Softwareprogramme.
  • Weitere Qualifikationen: Zertifikate, Online-Kurse oder Weiterbildungen, die zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Wie ein einzelner Eintrag im Lebenslauf aussehen kann, zeigt folgendes Beispiel für ein vorheriges Praktikum: "März 2023 bis Mai 2023, Praktikum Marketing, Musterfirma GmbH, Unterstützung bei der Planung von Social-Media-Kampagnen, Auswertung von Kennzahlen mit Google Analytics." Diese Kombination aus Zeitraum, Position, Unternehmen und zwei bis drei Stichpunkten zu den Aufgaben liefert mehr Substanz als eine reine Aufzählung von Firmennamen. Master-Studierende, die sich für ein Praxissemester oder ein fachlich anspruchsvolles Praktikum bewerben, dürfen im Lebenslauf etwas stärker auf Methodenkompetenz aus Seminaren und der Abschlussarbeit eingehen, während Bachelor-Studierende in frühen Semestern eher Studienschwerpunkte und erste Praxiserfahrungen wie Werkstudentenjobs oder Ferienpraktika in den Vordergrund stellen. Achte bei der Formatierung außerdem auf ein einheitliches Schriftbild, klare Abstände zwischen den Abschnitten und eine gut lesbare Schriftgröße von mindestens 10 Punkt, damit der Lebenslauf übersichtlich bleibt.

Ein Lebenslauf für ein Praktikum sollte in der Regel eine Seite umfassen, bei umfangreicher Studien- und Projekterfahrung maximal zwei Seiten. Sortiere jeden Abschnitt antichronologisch, also mit der aktuellsten Station zuerst. Wenn du bereits ein Vorpraktikum oder eine Werkstudententätigkeit absolviert hast, die fachlich zur neuen Bewerbung passt, hebe die dort erworbenen Kenntnisse mit ein bis zwei Stichpunkten hervor, statt nur den Firmennamen zu nennen.

Zeitraum, Praktikumsnachweis und Vergütung ansprechen

Unternehmen möchten früh wissen, wann dein Praktikum beginnen und enden soll, weil sie Teams und Aufgaben entsprechend planen. Nenne den gewünschten Zeitraum daher konkret in der Betreffzeile oder im ersten Absatz des Anschreibens, etwa mit exaktem Start- und Enddatum oder zumindest mit Monat und ungefährer Dauer. Wenn dein Studiengang eine Mindestdauer vorschreibt, erwähne das kurz, damit das Unternehmen die Rahmenbedingungen versteht.

Bewirb dich möglichst frühzeitig: Für ein Pflichtpraktikum oder Praxissemester ist ein Vorlauf von drei bis sechs Monaten üblich, weil Unternehmen Praktikumsplätze oft im Voraus planen und Hochschulen für die Anerkennung eigene Fristen setzen. Bei einem freiwilligen Praktikum reichen häufig auch acht bis zwölf Wochen Vorlauf, insbesondere wenn du zeitlich flexibel bist. Informiere dich zusätzlich frühzeitig bei deinem Prüfungsamt oder der Praktikumsbeauftragten deines Fachbereichs, welche Fristen und Formulare für die Anerkennung des Praktikums gelten, damit die Bewerbung und die spätere Anrechnung reibungslos ineinandergreifen.

Beim Pflichtpraktikum solltest du außerdem klarstellen, dass ein formaler Nachweis deiner Hochschule benötigt wird. Viele Prüfungsämter verlangen eine Bestätigung des Unternehmens über Beginn, Ende, Tätigkeitsinhalte und häufig auch die geleisteten Wochenstunden. Frage im Anschreiben oder spätestens im Vorstellungsgespräch aktiv nach, ob das Unternehmen mit diesem Nachweisverfahren vertraut ist. Das wirkt organisiert und erspart beiden Seiten spätere Missverständnisse.

Zur Vergütung gilt: Ein Pflichtpraktikum aufgrund deiner Studien- oder Prüfungsordnung ist unabhängig von der Dauer von der Mindestlohnpflicht ausgenommen, das Unternehmen ist also nicht verpflichtet, dich nach dem Mindestlohngesetz zu bezahlen. Viele Unternehmen zahlen dennoch eine freiwillige Praktikumsvergütung oder einen Fahrtkostenzuschuss, ein Rechtsanspruch darauf besteht bei einem echten Pflichtpraktikum jedoch nicht. Anders sieht es beim freiwilligen Praktikum aus: Hier greift die Mindestlohn-Ausnahme nur, wenn das Praktikum auf maximal drei Monate angelegt ist. Ist dein freiwilliges Praktikum von vornherein auf mehr als drei Monate geplant oder wird es nachträglich über diese Grenze hinaus verlängert, entsteht der Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn rückwirkend ab dem ersten Tag des Praktikums – nicht erst ab dem vierten Monat. Sprich die Vergütungsfrage im Anschreiben sachlich an, etwa mit einem Hinweis wie "Über die Rahmenbedingungen, einschließlich einer möglichen Vergütung, würde ich mich gerne im persönlichen Gespräch austauschen" – das wirkt professioneller als eine konkrete Gehaltsforderung im Anschreiben selbst.

Häufige Fehler bei der Bewerbung für ein Praktikum

Viele Bewerbungen scheitern nicht an mangelnder Qualifikation, sondern an vermeidbaren handwerklichen Fehlern. Die folgenden Punkte tauchen in Absagen besonders häufig als Grund auf:

  • Massenanschreiben ohne Anpassung: Ein Anschreiben, das erkennbar an viele Unternehmen gleichzeitig verschickt wurde, etwa durch generische Formulierungen oder falsch übernommene Firmennamen, wird meist direkt aussortiert.
  • Fehlender Bezug zum Unternehmen: Wer nicht erklärt, warum ausgerechnet dieses Unternehmen für das Praktikum infrage kommt, wirkt austauschbar.
  • Falsche oder fehlende Ansprechperson: "Sehr geehrte Damen und Herren" statt einer recherchierten Ansprechperson signalisiert wenig Interesse an Details.
  • Zu allgemeine Motivationssätze: Floskeln wie "ich möchte Praxiserfahrung sammeln" ohne konkretes Lernziel überzeugen nicht.
  • Fehlende oder unklare Nachweise: Wird bei einem Pflichtpraktikum nicht erwähnt, dass ein Nachweis der Hochschule benötigt wird, führt das später oft zu Verzögerungen.
  • Zu langer oder unstrukturierter Lebenslauf: Zwei bis drei Seiten für einen Lebenslauf ohne viel Berufserfahrung wirken überladen; eine klare, kompakte Struktur überzeugt mehr als Vollständigkeit um jeden Preis.
  • Unrealistischer oder zu kurzfristiger Zeitraum: Wer sich erst wenige Wochen vor dem gewünschten Startdatum bewirbt oder einen Zeitraum nennt, der nicht zur Mindestdauer der Studien- oder Prüfungsordnung passt, erschwert Unternehmen die Planung und riskiert eine Absage aus rein organisatorischen Gründen.
  • Keine Nachfrage bei ausbleibender Rückmeldung: Bleibt nach zwei bis drei Wochen eine Antwort aus, wirkt eine freundliche Nachfrage per E-Mail nicht aufdringlich, sondern engagiert; komplettes Abwarten ohne jede Reaktion wird dagegen oft als mangelndes Interesse gedeutet.
  • Rechtschreib- und Formatierungsfehler: Uneinheitliche Schriftarten, Tippfehler oder falsche Firmennamen wirken unprofessionell und lassen Rückschlüsse auf die Sorgfalt im Praktikum selbst zu.

Die meisten dieser Fehler lassen sich vermeiden, indem du das Anschreiben nach der Recherche zum Unternehmen noch einmal laut liest und prüfst, ob jeder Satz auch für diese eine Stelle geschrieben wurde.

FAQ zur Bewerbung für ein Praktikum

Wie lang sollte ein Anschreiben für ein Praktikum sein?

Eine DIN-A4-Seite ist der übliche Rahmen. Deutlich kürzere Anschreiben wirken oft unfertig, deutlich längere werden von Personalverantwortlichen selten vollständig gelesen. Wichtiger als die Länge ist, dass jeder Absatz eine eigene Aufgabe erfüllt: Einstieg, fachlicher Bezug, Motivation, organisatorische Angaben, Abschluss.

Muss ich für ein Pflichtpraktikum bezahlt werden?

Nein, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Ein Pflichtpraktikum aufgrund einer Studien- oder Prüfungsordnung ist nach § 22 Mindestlohngesetz unabhängig von der Dauer von der Mindestlohnpflicht ausgenommen. Manche Unternehmen zahlen trotzdem freiwillig eine Vergütung oder einen Zuschuss zu Fahrt- oder Verpflegungskosten. Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, kannst du im Vorstellungsgespräch sachlich nach einer freiwilligen Vergütung oder einem Zuschuss zu Fahrtkosten fragen – viele Unternehmen bieten hier individuelle Regelungen an, auch wenn sie rechtlich nicht dazu verpflichtet sind.

Brauche ich ein Motivationsschreiben zusätzlich zum Anschreiben?

In der Regel nicht. Bei den meisten Praktikumsbewerbungen reicht ein gut ausgearbeitetes Anschreiben, das Motivation, Studienbezug und Lernziele bereits enthält. Ein separates Motivationsschreiben wird vor allem bei bestimmten Stipendien, Auslandsprogrammen oder wenn das Unternehmen es ausdrücklich verlangt, zusätzlich erwartet.

Was gehört in den Lebenslauf ohne Berufserfahrung?

Neben den persönlichen Daten und der Ausbildung zählen vor allem Studienprojekte, Praxissemester, Nebentätigkeiten, ehrenamtliches Engagement sowie belegbare Sprach- und IT-Kenntnisse. Diese Punkte zeigen praktische Fähigkeiten, auch wenn klassische Berufserfahrung noch fehlt.

Wie spreche ich die Vergütung im Anschreiben an?

Am besten sachlich und ohne konkrete Gehaltsforderung, etwa mit einem Satz wie "Über die Rahmenbedingungen des Praktikums, einschließlich einer möglichen Vergütung, spreche ich gerne im persönlichen Gespräch." Handelt es sich um ein freiwilliges Praktikum mit einer geplanten Dauer von mehr als drei Monaten, kannst du zusätzlich darauf hinweisen, dass der gesetzliche Mindestlohnanspruch dann rückwirkend ab dem ersten Tag des Praktikums gilt, falls das für die Planung relevant ist.