Ausbildung im Handwerk: Wie Haustechnik Hörmann Nachwuchskräfte in Bad Tölz entwickelt

Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte ist im Handwerk längst ein zentrales Thema und er stellt gerade kleinere und mittlere Betriebe in ländlichen Regionen vor besondere Herausforderungen. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, geprägt von Mittelgebirgslandschaft, Tourismus und mittelständischen Strukturen, müssen Ausbildungsbetriebe mehr bieten als eine Stellenbezeichnung. Wer sich heute für einen Ausbildungsberuf entscheidet, wägt zwischen zahlreichen Optionen ab vom dualen Studium bis zur kaufmännischen Lehre. Jugendliche und ihre Eltern fragen deshalb gezielt danach, wie der Arbeitsalltag aussieht, welche Perspektiven ein Beruf eröffnet und wie ein Team tatsächlich zusammenarbeitet. Ein Beispiel aus der oberbayerischen Haustechnik-Branche zeigt, wie ein regionaler Fachbetrieb diese Erwartungen aufgreift und Ausbildung konsequent in die Unternehmensentwicklung einbettet.
Fachkräftenachwuchs im Handwerk braucht Nähe zur Praxis
Handwerksorganisationen wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weisen seit Jahren darauf hin, dass viele Betriebe ihre Ausbildungs- und Fachkräftestellen nur schwer besetzen können. Demografischer Wandel, ein hoher Anteil von Studienanfängern und die Konkurrenz durch kaufmännische Ausbildungsgänge prägen die Ausgangslage. Auch die Bundesagentur für Arbeit dokumentiert in ihren Arbeitsmarktanalysen regelmäßig Engpässe in mehreren Handwerksberufen, darunter Berufe rund um die Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik. Für die Region bedeutet das: Betriebe müssen sich als Arbeitgeber sichtbar positionieren.
Für Berufseinsteiger ist das zunächst eine gute Nachricht: Wer eine handwerkliche Ausbildung beginnt, trifft auf einen Arbeitsmarkt mit hoher Nachfrage und stabilen Perspektiven. Gleichzeitig steigen die Erwartungen auf beiden Seiten. Betriebe suchen Auszubildende mit technischem Verständnis, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft. Junge Menschen wiederum wollen konkret wissen, was sie erwartet: Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende im Alltag? Wer begleitet das Lernen? Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach der Gesellenprüfung? Verlässliche Antworten darauf lassen sich am besten an konkreten Betrieben ablesen gerade in Regionen, in denen der Arbeitsmarkt überschaubar ist und persönliche Empfehlungen viel zählen. Praktika, Schnuppertage und Berufsorientierungsangebote an Schulen gewinnen deshalb an Bedeutung, weil sie frühe Einblicke schaffen, bevor eine Entscheidung fällt.
Haustechnik Hörmann verbindet regionale Verwurzelung mit breitem Leistungsspektrum
Einer dieser Betriebe ist die Haustechnik Hörmann GmbH. Gegründet wurde das Unternehmen 1996 von Inhaber Thomas Hörmann; seit 2002 hat es seinen Sitz am Josef-Janker-Ring 4 in Bad Tölz, wo 2013 zusätzlich eine eigene Gewerbehalle entstand. Das Angebot reicht von der Heizungsmodernisierung über Sanitärinstallationen bis zu hochwertigen Lüftungssystemen in Bad Tölz.
Das Leistungsspektrum ist bewusst breit aufgestellt: Im Heizungsbereich deckt der Fachbetrieb Öl- und Gasanlagen ebenso ab wie Holzheizungen, Solaranlagen und Wärmepumpen. Hinzu kommen Sanitärarbeiten von der individuellen Badplanung bis zur Entwässerung das Unternehmen ist Servicepartner der Entwässerungstechnik KESSEL sowie die Planung und Montage von Lüftungsanlagen, darunter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Kundschaft reicht von privaten Hausbesitzern bis zu Gewerbekunden in Bad Tölz und Umgebung. Für angehende Fachkräfte ist diese Bandbreite relevant, weil sie den Ausbildungsalltag unmittelbar prägt: Wer in einem Betrieb mit mehreren Gewerken lernt, kommt mit unterschiedlichen Energieträgern, Gebäudetypen und Kundenanforderungen in Berührung von der privaten Badsanierung bis zur gewerblichen Haustechnik. Genau diese Vielfalt macht die Ausbildung in einem solchen Umfeld für viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger interessant.
Ausbildung als fester Bestandteil der Unternehmensentwicklung
Nach eigener Darstellung ist der Betrieb ein anerkannter Ausbildungsbetrieb. Jedes Jahr beschäftigt das Unternehmen den Angaben zufolge zwei bis vier Auszubildende ein bemerkenswerter Anteil angesichts einer Gesamtgröße von rund 20 Mitarbeitenden. Ausbildung ist hier also kein Nebenprojekt, sondern fester Bestandteil der Personalstrategie.
Die Tätigkeitsfelder, in denen Nachwuchskräfte mitarbeiten, spiegeln das Leistungsangebot wider: Heizungsbau und die Installation moderner Wärmepumpen, Sanitärtechnik und Badsanierung sowie Lüftungstechnik gehören ebenso dazu wie Wartung und Kundendienst. Auf seiner Website nennt das Unternehmen zudem Karrierewege für Sanitärinstallateure sowie Fachkräfte im Heizungsbau, im Bereich Wärmepumpen und in der allgemeinen Haustechnik ein Hinweis darauf, dass der Personalbedarf über die Ausbildung hinaus besteht.
Die technologische Entwicklung macht das Berufsbild zusätzlich attraktiv: Wärmepumpen, kontrollierte Wohnraumlüftung und die Anbindung erneuerbarer Energien verlangen heute Planungskompetenz und technisches Verständnis, die weit über klassische Installationsarbeit hinausgehen. Zugleich bleibt das Handwerk ein Ausbildungsweg mit klarer Qualifizierungslogik: Gesellenprüfung, Berufserfahrung und spätere Weiterbildung, etwa zum Meister oder Techniker, bauen aufeinander auf. Auszubildende, die diese Kompetenzen früh erwerben, qualifizieren sich für eine Branche, deren Bedeutung im Zuge der Energiewende weiter wächst.
Teamkultur zeigt sich im Arbeitsalltag
Ob ein Ausbildungsplatz passt, entscheidet sich selten an der Technik allein. Das Unternehmen beschreibt sein Betriebsklima als familiär geprägt: Gute Kommunikation und ein respektvolles Miteinander gehören nach eigener Darstellung zu den gelebten Werten, und viele Mitarbeitende sind demnach seit den Anfangsjahren an Bord. Gemeinsame Firmenfeiern und Feste stärken den Zusammenhalt in einem Team dieser Größe bleibt der Kontakt zwischen Kolleginnen und Kollegen, Auszubildenden und Führungsebene ohnehin unmittelbar. Gerade für Schulabgänger, die erstmals ins Arbeitsleben starten, senkt ein überschaubares, eingespieltes Team die Einstiegshürden.
Der Betrieb verweist zudem auf langjährige Kundenbeziehungen. Auch das Engagement in der Region dokumentiert Verbundenheit etwa die Unterstützung der Tölzer Löwen, des SC Reichersbeuern und des SV Bad Tölz. Solche Angaben können Bewerberinnen und Bewerbern einen Eindruck von der Kontinuität eines Betriebs geben.

Was angehende Fachkräfte bei einem Handwerksbetrieb prüfen sollten
Das Beispiel aus Bad Tölz lässt sich auf viele Betriebe übertragen. Wer eine Ausbildung im Handwerk anstrebt, sollte im Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern einige Punkte gezielt ansprechen:
- Konkrete Aufgaben: Welche Tätigkeiten übernehmen Auszubildende im Alltag, und wie abwechslungsreich sind die Einsätze auf der Baustelle oder in der Werkstatt?
- Lernbegleitung: Gibt es feste Ansprechpartner für die Ausbildung, und wie wird das Lernen zwischen Berufsschule und Betrieb abgestimmt?
- Technische Bandbreite: Deckt der Betrieb mehrere Gewerke und Technologien ab etwa Heizung, Sanitär und Lüftung oder ist er stark spezialisiert?
- Entwicklungsperspektiven: Welche Wege gibt es nach der Gesellenprüfung von der Fachkraftposition bis zur Meister- oder Technikerweiterbildung?
- Team- und Kommunikationskultur: Wie groß ist das Team, wie lange bleiben Mitarbeitende im Schnitt, und wie wird im Alltag zusammengearbeitet?
- Regionale Erreichbarkeit: Passen Standort, Arbeitszeiten und Einsatzgebiete zum eigenen Alltag?
Diese Fragen helfen, allgemeine Werbeversprechen von gelebter Praxis zu unterscheiden und sie funktionieren in jedem Handwerksbetrieb, unabhängig von Größe und Region, vom kleinen Familienbetrieb bis zum überregionalen Industrieunternehmen.
Am Ende zählt der konkrete Eindruck aus dem Gespräch: wie offen auf Fragen reagiert wird, wie verbindlich Zusagen formuliert sind und ob der Betrieb seine Ausbildungsinhalte transparent macht. Regionale Ausbildungsbetriebe wie das Bad Tölzer Unternehmen zeigen, dass der Fachkräftenachwuchs im Handwerk weniger von lauten Kampagnen abhängt als von verlässlicher Praxis: klare Tätigkeitsfelder, ein eingespieltes Team und spürbare Entwicklungschancen. Wer sich für einen Ausbildungsplatz interessiert, sollte offene Fragen am besten direkt im persönlichen Gespräch mit dem Betrieb klären seriöse Arbeitgeber begrüßen diese Herangehensweise in der Regel.


