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Unternehmen

Georg Ultsch Brenn- und Kraftstoff GmbH: Von der Kohleauslieferung zum regionalen Energienetz

Berufswelt Journal Redaktion
Georg Ultsch Brenn- und Kraftstoff GmbH: Von der Kohleauslieferung zum regionalen Energienetz
Pexels

Energieversorgung ist ein Geschäft, bei dem Verfügbarkeit eine zentrale Rolle spielt. Heizöl muss dann eintreffen, wenn der Tankstand es verlangt, Kraftstoff muss für Maschinen und Fuhrparks bereitstehen, und bei gewerblichen Abnehmern können bereits kurze Unterbrechungen den Betriebsablauf erschweren. Die Georg Ultsch Brenn- und Kraftstoff GmbH aus Weismain hat ihr Geschäft über Jahrzehnte genau um solche Versorgungsaufgaben herum entwickelt. Aus einem kleinen Kohlehandel entstand ein Unternehmen, dessen heutiges Spektrum von Heizöl und Diesel über Tankstellen und Schmierstoffe bis zu Strom, Gas und Fahrzeugwäsche reicht.

Eine Unternehmensgeschichte, die beim Kohlesack beginnt

Die Wurzeln des Betriebs reichen bis 1960 zurück. Die ersten Jahre wirken aus heutiger Sicht fast wie ein Bild aus einer anderen Epoche: Zwischen 1960 und 1963 wurden Kohlesäcke mit einem Pferdefuhrwerk ausgeliefert. 1963 kam Heizöl zum Sortiment, ein Jahr später folgten Diesel und verschiedene Schmierstoffe. Den Betrieb führte Georg Ultsch damals noch persönlich.

Mit wachsender Nachfrage veränderte sich auch die Infrastruktur. 1979 schaffte das Unternehmen seinen ersten Tankzug an, stellte zusätzliches Personal ein und verlagerte das Tanklager in die Neudecker Straße. Ab 1986 gehörten eigene Tankstellen und Waschstraßen zum Geschäft. Anfang der 1990er-Jahre folgte ein weiterer Ausbau: Das Grundstück in der Neudecker Straße wurde laut Unternehmenschronik um rund 20.000 Quadratmeter erweitert, das Fassungsvermögen des Tanklagers auf 380.000 Liter erhöht. Hinzu kamen unter anderem Büroflächen, eine Waschhalle, SB-Waschplätze und Staubsaugerplätze.

Gerade diese Entwicklung erklärt das heutige Profil besser als eine bloße Aufzählung der Produkte. Ultsch ist inzwischen zugleich Lieferant, Tankstellenbetreiber und Teil einer Unternehmensstruktur mit Angeboten rund um Fahrzeugversorgung und -pflege.

Dieselversorgung für Landwirtschaft, Gewerbe und Baustellen

Ein wichtiger Geschäftsbereich bleibt die Versorgung mit Dieselkraftstoff. Das Unternehmen nennt Privat- und Geschäftskunden, landwirtschaftliche Betriebe, Tankstellen und Großspeditionen als Abnehmer. Hinzu kommen Baustellen, auf denen Maschinen direkt betankt werden können. Kraftstoff lässt sich damit entweder an einem Standort beziehen oder in benötigten Mengen an den jeweiligen Einsatzort liefern.

Für Betriebe mit eigenen Fahrzeugen und Maschinen ist diese Logistik entscheidend. Zum Angebot gehört deshalb auch, Diesel für die Landwirtschaft kaufen und in abgestimmten Mengen zum Betrieb liefern zu lassen. Genannt werden unter anderem Traktoren, Erntemaschinen, Nutzfahrzeuge, Bagger, Radlader und mobile Aggregate als typische Einsatzbereiche. Ultsch bietet dabei schwefelfreien Dieselkraftstoff nach DIN EN 590 an; auf der Unternehmensseite wird zudem eine B0-Variante ohne FAME-Bestandteile beschrieben.

Relevant ist dabei auch die Jahreszeit. Die Anforderungen an die Kältebeständigkeit von Dieselkraftstoff ändern sich zwischen Sommer und Winter. Ultsch weist auf seiner Produktseite deshalb unterschiedliche saisonale Kraftstoffklassen aus vom Sommerdiesel bis zur Winterware. Was auf den ersten Blick wie ein technisches Detail wirkt, ist gerade bei Fahrzeugen und Maschinen, die auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig einsatzbereit sein müssen, ein wesentlicher Teil der Kraftstoffversorgung.

Tankstellen zwischen Bamberg, Coburg und Bayreuth

Zum Unternehmen beziehungsweise zu verbundenen Gesellschaften gehört heute ein regionales Netz von Tankstellen und weiteren Standorten. Aufgeführt werden Weismain, Lichtenfels, Schwürbitz, Bamberg, Bayreuth und Coburg sowie das Auto-Wasch-Center in Lichtenfels. Die Tankstellen sind nach den Standortangaben des Unternehmens rund um die Uhr geöffnet.

Die einzelnen Standorte unterscheiden sich allerdings deutlich in ihrer Ausstattung. In Weismain befindet sich der Unternehmenssitz; dort gibt es neben der Tankmöglichkeit eine Waschstraße, SB-Plätze und Staubsauger. In Lichtenfels und Schwürbitz sind ebenfalls Angebote zur Fahrzeugpflege vorhanden, während andere Stationen stärker auf das reine Tanken ausgerichtet sind. Aktuelle Kraftstoffpreise stellt das Unternehmen für mehrere Standorte online bereit. Am Standort Weismain wird auf der Website außerdem HVO100 geführt.

Für regelmäßige gewerbliche Nutzung bietet Ultsch eine eigene Tankkarte an. Sie kann einzelnen Fahrzeugen oder anderen Kennzeichnungen zugeordnet und mit einer PIN abgesichert werden. Die Abrechnung erfolgt per automatischem Bankeinzug, Rechnungen können per E-Mail versandt werden. Nach Angaben des Unternehmens sind sowohl Erwerb als auch Nutzung der Karte gebührenfrei. Damit richtet sich das System vor allem an Betriebe, bei denen Kraftstoffbezüge nachvollziehbar einzelnen Fahrzeugen oder Kostenstellen zugeordnet werden sollen.

Heizöl bleibt ein fester Bestandteil des Geschäfts

Trotz des inzwischen breiten Angebots spielt auch das klassische Heizölgeschäft weiterhin eine zentrale Rolle. Ultsch führt schwefelarmes Standardheizöl nach DIN 51603-1 sowie ein Premiumprodukt. Für das Premiumheizöl wird Standardheizöl mit einem Additivpaket kombiniert, das unter anderem Ablagerungen an Filtern und Düsen reduzieren soll. Preise und Bestellungen können über die Unternehmensseite angefragt beziehungsweise abgewickelt werden.

Damit setzt sich ein Geschäftsbereich fort, der bereits seit den frühen 1960er-Jahren zur Firmengeschichte gehört. Bemerkenswert ist weniger, dass Heizöl weiterhin angeboten wird, als die Entwicklung des Unternehmens um dieses ursprüngliche Kerngeschäft herum. Heute nennt Ultsch zusätzlich AdBlue, Maschinen- und Motoröle sowie weitere Schmierstoffe. Auch Strom- und Gastarife wurden in das Portfolio aufgenommen.

Mehr als sechs Jahrzehnte Veränderung im Energiegeschäft

Die Geschichte der Georg Ultsch Brenn- und Kraftstoff GmbH spiegelt damit auch wider, wie stark sich der regionale Energiehandel verändert hat. Aus der Auslieferung von Kohlesäcken wurde ein Betrieb mit Tanklager, Tankzügen, mehreren Tankstellen und unterschiedlichen Versorgungswegen für private und gewerbliche Kunden. Fahrzeugwäsche und Energietarife kamen später hinzu, während klassische Geschäftsfelder wie Heizöl, Diesel und Schmierstoffe erhalten blieben.

Der Unternehmenssitz in Weismain bildet dabei weiterhin den Ausgangspunkt. Die Kombination aus eigener Infrastruktur, Kraftstofflieferungen und öffentlich zugänglichen Tankstellen macht deutlich, worauf das Geschäftsmodell heute ausgerichtet ist: Energie dort verfügbar zu machen, wo sie im Alltag von Haushalten, Landwirtschaft, Logistik oder Gewerbe tatsächlich gebraucht wird. Der Weg vom Pferdefuhrwerk zum regionalen Tankstellen- und Versorgungsnetz fällt dabei ungewöhnlich anschaulich aus und erzählt mehr über das Unternehmen als jede lange Produktliste.